Deutsche Redaktion

Tusk würdigt Mut der Ukraine und warnt in München vor Politik nach Geschäftslogik

16.02.2026 06:40
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat vor einem rein geschäftsmäßigen Politikverständnis gewarnt. Zugleich würdigte er den Freiheitskampf der Ukraine. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz überreichte er den Ewald-von-Kleist-Preis an das ukrainische Volk.
Der ukrainische Prsident Wolodymyr Selenskyj nimmt den Ewald-von-Kleist-Preis im Beisein des polnischen Ministerprsidenten Donald Tusk, des MSC-Vorsitzenden Wolfgang Ischinger (2. v. l.) und des bayerischen Ministerprsidenten Markus Sder (r.) auf der 62. Mnchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2026 in Mnchen entgegen. Selenskyj nimmt den
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt den Ewald-von-Kleist-Preis im Beisein des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk, des MSC-Vorsitzenden Wolfgang Ischinger (2. v. l.) und des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (r.) auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2026 in München entgegen. Selenskyj nimmt den Foto: EPA/RONALD WITTEK

Bei der Preisverleihung auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Donald Tusk, die Ukrainer verdienten den höchsten Respekt der freien Welt für ihren Widerstand gegen die russische Invasion. „Es gibt keinen Preis, der gut genug wäre. Selbst der Nobelpreis wäre nicht gut genug“, erklärte er. Die Ukraine sei ein Beispiel für Mut, Entschlossenheit und Opferbereitschaft von Soldaten wie Zivilisten.

Tusk wies Behauptungen entschieden zurück, Europa oder die NATO befänden sich im Niedergang. „Ich höre Meinungen, Europa stehe vor dem Zusammenbruch, die Nato sei überholt […] Unsinn“, sagte er. Zugleich warnte er vor einem politischen Realismus, der sich ausschließlich an Interessen und Geschäften orientiere. „Wer glaubt, man könne alles kaufen, sollte bedenken, dass nach dieser Logik auch jeder verkauft werden kann“, sagte Tusk. Ein solches Denken untergrabe die „Grundlagen der Zivilisation“.

Mit Verweis auf die eigene Geschichte Polens sagte Tusk, der Kampf um die Zugehörigkeit zur freien Welt habe sich gelohnt. Die Ukraine zeige heute, dass westliche Werte und Institutionen weiterhin von Bedeutung seien. Einen geeinten Westen, verankert in der NATO und der EU, bezeichnete er als „die beste politische Erfindung in der Geschichte der Menschheit“. „Wir müssen stark sein. Wir dürfen nicht aufhören, gut zu sein“, so Tusk. „Das ist eine ukrainische Lehre für uns alle“, fügte er hinzu.

Den Preis hat Wolodymyr Selenskyj entgegen genommen. Die Auszeichnung sei „ein Preis für unsere Stärke und unsere Freundschaft mit Ihnen allen“, sagte er. Er dankte internationalen Staats- und Regierungschefs sowie Institutionen für die Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland. Der Ewald-von-Kleist-Preis wird seit 2009 jährlich von der Münchener Sicherheitskonferenz verliehen. Er würdigt Verdienste um Frieden und internationale Sicherheit.

PAP/Euronews/PR/ps

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