Czarzasty war nach ukrainischen Angaben der einzige westliche Spitzenpolitiker, der am vierten Jahrestag des Beginns des russischen Großangriffs vor dem Parlament sprach. Seine Rede wurde mehrfach von Applaus unterbrochen, am Ende gab es stehende Ovationen.
„Kein freies Polen ohne freie Ukraine“
„Wir sind beeindruckt von eurem Heldentum. Ich möchte euch dafür danken“, sagte er mit Blick auf den ukrainischen Widerstand gegen die russische Invasion. Im Namen des polnischen Volkes verneige er sich vor allen, „die im Kampf für eine unabhängige Ukraine gefallen sind – im Kampf für unsere gemeinsame europäische Zivilisation gegen den Fanatismus der Kreml-Führer“.
Czarzasty betonte die enge sicherheitspolitische Verflechtung beider Länder. „Es gibt kein freies Polen ohne eine freie Ukraine. Und eine freie Ukraine kann es nicht ohne ein freies Polen geben“, sagte er. Polen sei „nicht nur ein Nachbar, sondern auch ein Verbündeter“ und werde solidarisch bleiben. Er erinnerte an die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in Polen sowie an militärische Unterstützung seit Beginn des Krieges.
Forderung nach „gerechtem Frieden“
Mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit Moskau sagte Czarzasty: „Wir hoffen auf einen gerechten Frieden.“ Ein solcher sei jedoch nur möglich, „wenn Russland gezwungen wird, seine Aggression zu beenden“.
Zugleich forderte er die Rückkehr zu den Grundsätzen des Völkerrechts. „Wir verlangen die Wiederaufnahme einer internationalen Rechtsordnung, die auf Recht und demokratischen Werten beruht“, sagte er. „Nichts über euch ohne euch“, fügte er mit Blick auf die Ukraine hinzu.
Unterstützung für EU-Beitritt der Ukraine
Ein Schwerpunkt der Rede war die europäische Perspektive der Ukraine. Eine der wichtigsten Sicherheitsgarantien für das Land werde der Beitritt zur Europäischen Union sein, sagte Czarzasty. Polen unterstütze diesen Kurs ausdrücklich.
Czarzasty beendete seine Ansprache mit den Worten „Ruhm der Ukraine“.
PAP/jc