Deutsche Redaktion

Vor 27 Jahren: Polen tritt der NATO bei

12.03.2026 11:39
Am 12. März 1999 wurde Polen Mitglied der NATO. An diesem Tag übergab der damalige polnische Außenminister Bronisław Geremek im US-Bundesstaat Missouri die Ratifikationsurkunde des Nordatlantikvertrags an die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright. Gemeinsam mit Polen traten auch Tschechien und Ungarn dem Bündnis bei.
Flaga NATO
Flaga NATOŁukasz Kowalski/Polskie Radio/IAR

Albright bezeichnete den Tag damals als „echten Feiertag“ – sowohl für die NATO als auch für Europa. Mit dem Beitritt werde bestätigt, dass die Länder Mittel- und Osteuropas „vollständig und unwiderruflich zur atlantischen Gemeinschaft für Frieden gehören“.

„Heute bestätigen wir durch unser Handeln, dass die Länder von König Stephan und Kardinal Mindszenty, von Karl IV. und Václav Havel, von Kopernikus und Papst Johannes Paul II. vollständig und unwiderruflich zur atlantischen Gemeinschaft für den Frieden gehören.“

Auch Geremek betonte die historische Bedeutung des Schritts für Polen. Die Mitgliedschaft lege fest, wer die Verbündeten des Landes seien, und gebe dem Staat Sicherheit.

Langer Weg in das Bündnis

Der Weg Polens in die NATO begann kurz nach dem Ende des Kalten Krieges. 1990 nahm Warschau diplomatische Beziehungen zum Bündnis auf. Als erste Regierung erklärte das Kabinett von Jan Olszewski offiziell den Wunsch, der NATO beizutreten – eine Linie, die auch spätere Regierungen beibehielten.

Im Juli 1997 verkündete der damalige NATO-Generalsekretär Javier Solana beim Gipfel in Madrid, dass das Bündnis erstmals Staaten aus Mittel- und Osteuropa aufnehmen wolle. Polen, Tschechien und Ungarn wurden eingeladen,

„Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten haben beschlossen, Tschechien, Ungarn und Polen zu Beitrittsgesprächen mit der NATO einzuladen. Unser Ziel ist es, das Beitrittsprotokoll im Dezember 1997 beim Treffen der NATO-Außenminister zu unterzeichnen und den Ratifizierungsprozess bis zum 50. Jahrestag der NATO im Jahr 1999 abzuschließen.“

Am 18. Februar 1999 unterzeichnete Polens Präsident Aleksander Kwaśniewski das Gesetz zur Ratifizierung des Nordatlantikvertrags, nachdem das Parlament einen Tag zuvor zugestimmt hatte.

Feierliche Aufnahme

Am Tag des formellen Beitritts, dem 12. März 1999, wurde auf dem Piłsudski-Platz in Warschau erstmals die NATO-Flagge gehisst. Vier Tage später begrüßte Generalsekretär Solana im NATO-Hauptquartier in Brüssel die neuen Mitglieder offiziell.

Für Polen sprach damals Premierminister Jerzy Buzek. Er versprach, dass sein Land Verantwortung für die Sicherheit des Bündnisses übernehmen werde: Man könne auf Polen zählen.

Bedeutung von Artikel 5

Zentral für die Entscheidung Polens war die Beistandsgarantie des Bündnisses. Artikel 5 des Nordatlantikvertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle gilt.

In Polen sind heute neben nationalen Einheiten auch NATO-Verbände stationiert, etwa im Rahmen der verstärkten Vorwärtspräsenz des Bündnisses.

Die NATO selbst wurde am 4. April 1949 in Washington gegründet. Zu den zwölf Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem die USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich. Das Bündnis wurde seither mehrfach erweitert. Zuletzt trat im März 2024 Schweden bei. Seit 2024 ist der frühere niederländische Ministerpräsident Mark Rutte Generalsekretär der Allianz.


IAR/jc