Das Journalisten-Gesellschaft (Towarzystwo Dziennikarskie) hat das Verhalten von Präsident Karol Nawrocki gegenüber einem Journalisten nach einer Pressekonferenz in Przemyśl scharf kritisiert. In einer Stellungnahme sprach die Organisation von einem „unwürdigen Verhalten“ und rief Politiker dazu auf, Fragen von Medienvertretern ohne Aggression zu beantworten.
Auslöser war ein Vorfall bei der Konferenz am Montag, 23. März. Nawrocki war gefragt worden, ob ihn die Nähe des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zu Russlands Präsident Wladimir Putin störe. Der Präsident entgegnete darauf, der Fragesteller habe offenbar nicht zugehört, und forderte ihn auf, sich „zusammenzureißen“ und auf seine Worte zu achten.
Das Towarzystwo Dziennikarskie betonte, Journalisten stellten ihre Fragen im Namen der Öffentlichkeit, damit staatliches Handeln besser verstanden werden könne. Einschüchterung, Herabsetzung und Beschimpfung von Medienvertretern verletzten deshalb das Recht auf Information, heißt es in der Erklärung.
Zugleich warf die Organisation der Präsidialkanzlei mangelnde Selbstkritik nach dem Vorfall vor. Verwiesen wurde dabei auf Äußerungen von Kanzleichef Zbigniew Bogucki im Fernsehsender TVN24. Das Towarzystwo Dziennikarskie mahnte, aggressive Reaktionen gegenüber Journalisten schadeten dem Respekt vor staatlichen Institutionen.
IAR/adn