Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus war ein zentraler Punkt der am Dienstag verkündeten Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Zunächst hat die iranische Marine jedoch erklärt, „jedes Schiff, das zu versuchen werde, ins Meer auszulaufen, werde geortet und zerstört“. Iranische Medien berichteten anschließend, Teheran habe die Straße von Hormus als Reaktion auf die anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon wieder geschlossen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte daraufhin auf einer Pressekonferenz, Iran habe der Öffnung der Meerenge doch zugestimmt. Präsident Donald Trump werde Teheran zur Verantwortung ziehen, sollte es erneut zu einer Blockade kommen, hieß es.
Israels Angriffe auf den Libanon
Der Iran begründe die erneute Sperrung der Straße von Hormus mit der Lage im Libanon. Am Mittwoch hat die israelische Armee mitgeteilt, sie habe nahezu 100 Ziele der proiranischen Terrororganisation Hisbollah im Libanon beschossen. Es habe sich um die intensivste Angriffswelle gehandelt, seit sich die Hizbollah am 2. März dem Krieg angeschlossen habe. Unter der Zielen in Beirut, in der Bekaa-Ebene und im Süden des Landes seien unter anderem Geheimdienststandorte, darunter von der Hisbollah zur Planung von Angriffen genutzte Einrichtungen. Beschossen werde auch die Infrastruktur der Raketen- und Seestreitkräfte der Organisation sowie Ressourcen ihrer Eliteeinheit Radwan.
Gilt die Waffenruhe auch für den Libanon?
In einer Mitteilung kurz nach Abschluss der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erklärte Israels Premier Benjamin Netanyahu, die Vereinbarung gelte nicht für den Libanon. Das stehe im Widerspruch zur Aussage des pakistanischen Premiers Shehbaz Sharif. Demnach umfasse alle Beteiligten, einschließlich der Verbündeten beider Seiten. US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch im Gespräch mit dem Sender PBS, die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe erstrecke sich nicht auf den Libanon und nicht auf israelische Angriffe gegen Ziele der Hisbollah.
Wie sieht die Zukunft der Straße von Hormus aus?
Einer der wichtigsten Punkte der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran war die Öffnung der Straße von Hormus – einer Schlüsselroute für den Welthandel. Vor dem 28. Februar, als der Krieg Israels und der USA gegen den Iran begann, wurden durch die Meerenge rund ein Fünftel des weltweiten Volumens an Erdöl und Flüssigerdgas transportiert.
Nach der Verkündung der Waffenruhe hat Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärt, der Schiffsverkehr werde „in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen“ erfolgen. Ein anonymer Beamte der iranischen Behörden sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Öffnung der Straße von Hormus sei am Donnerstag oder Freitag möglich – jedoch nur eingeschränkt und zu Bedingungen Teherans.
RMF24/PAP/ps