Deutsche Redaktion

Polen will bis 2030 „stärkste Armee Europas“ aufbauen

06.05.2026 10:56
Polen will bis zum Jahr 2030 über die stärkste und größte Armee Europas verfügen. Dieses Ziel sei eine strategische Priorität der Regierung, sagte Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bei der Eröffnung der Sicherheitskonferenz Defence24 Days in Warschau.
Władysław Kosiniak-Kamysz
Władysław Kosiniak-KamyszJAROSLAW JOZAJTIS/REPORTER

Geplant sei ein Ausbau der Streitkräfte auf insgesamt 500.000 Soldaten. Davon sollen 300.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten mit hoher Einsatzbereitschaft sein.

Kosiniak-Kamysz betonte, Sicherheit stütze sich auf drei Säulen: eine starke Gesellschaft, eine starke Armee und starke Bündnisse. Die Verantwortung für die Verteidigung des Landes liege nicht allein beim Militär, sondern bei der gesamten Gesellschaft. Deshalb investiere Polen auch verstärkt in Ausbildung, Zivilschutz und den Ausbau der territorialen Verteidigung.

Zugleich sprach der Minister von den größten Investitionen in die Streitkräfte in der Geschichte des Landes. Der Ausbau der Armee müsse von einer deutlich stärkeren Leistung der Rüstungsindustrie begleitet werden. Unternehmen sollten „24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche“ arbeiten, um die geplanten Lieferungen bis 2030 sicherzustellen.

Hintergrund ist unter anderem das europäische Verteidigungsprogramm SAFE. Die Europäische Kommission hatte zuvor eine polnische Kreditvereinbarung in Höhe von umgerechnet rund 190 Milliarden Złoty genehmigt. Das Geld soll in die Modernisierung der Streitkräfte und den Ausbau der heimischen Rüstungsindustrie fließen.

Nach Ansicht des Ministers müsse Europa angesichts der aktuellen Sicherheitslage schneller und entschlossener handeln. Höhere Verteidigungsausgaben seien eine Investition in die Unabhängigkeit des Kontinents. Das Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung aufzuwenden, müsse bereits bis 2030 erreicht werden und nicht erst fünf Jahre später. „Danach könnte es zu spät sein“, warnte er.

 

IAR/jc

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