Deutsche Redaktion

Nawrocki in Bukarest: Polen und Rumänien sind „Festungen“ an der NATO-Ostflanke

13.05.2026 06:30
Während seines offiziellen Besuchs in Bukarest hat Präsident Karol Nawrocki mit dem rumänischen Präsidenten Nicușor Dan über Sicherheit, die Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien sowie die Unterstützung für Moldau gesprochen. Beide Staatschefs betonten übereinstimmend, dass Polen und Rumänien die größte Verantwortung für die Verteidigung Europas gegen die Bedrohung durch Russland tragen und damit zu „Festungen“ an der NATO-Ostflanke geworden seien.
Karol Nawrocki, Nicuor Dan und NATO-Generalsekretr Mark Rutte posieren vor einem informellen Abendessen im Cotroceni-Prsidentenpalast in Bukarest, 12. Mai 2026. Die Bukarest-Neun ist eine Initiative Rumniens und Polens unter Beteiligung der NATO-Mitgliedstaaten an der Ostflanke des Bndnisses: Bulgarien, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen,
Karol Nawrocki, Nicușor Dan und NATO-Generalsekretär Mark Rutte posieren vor einem informellen Abendessen im Cotroceni-Präsidentenpalast in Bukarest, 12. Mai 2026. Die Bukarest-Neun ist eine Initiative Rumäniens und Polens unter Beteiligung der NATO-Mitgliedstaaten an der Ostflanke des Bündnisses: Bulgarien, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, EPA/Robert Ghement

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland heben Polen und Rumänien zunehmend ihre Rolle als zentrale Garanten der Sicherheit an der NATO-Ostgrenze hervor. Während seines Besuchs in Rumänien hat sich Präsident Karol Nawrocki am Dienstag in Bukarest mit Präsident Nicușor Dan getroffen, um über die wichtigsten Herausforderungen für die Region zu beraten. Nawrocki erklärte, sowohl Polen als auch Rumänien würden „die größte Verantwortung für die Verteidigung Europas vor Russland“ tragen. Warschau und Bukarest wurden dabei als „Festungen“ an der Ostflanke des Bündnisses bezeichnet. Beide Länder spielen heute eine Schlüsselrolle in der Verteidigungsstrategie der NATO in dieser Region.

Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien und Unterstützung für Moldau

Eines der Hauptthemen der Gespräche war die Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien beider Staaten. Die Präsidenten sprachen unter anderem über den Aufbau regionaler Lieferketten sowie gemeinsame Wirtschaftsprojekte zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der gesamten Region. Besondere Aufmerksamkeit galt auch der Unterstützung für Moldau – sowohl im militärischen als auch im institutionellen Bereich. Polen und Rumänien haben dem Land Unterstützung auf seinem Weg zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union zugesagt. Sie betonten die Bedeutung von Stabilität und Sicherheit in der Nachbarschaft der EU.

Die Drei-Meere-Initiative und die Bukarest-Neun
Wie Präsident Karol Nawrocki betonte, seien für Polen zwei Formate der regionalen Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung: die Drei-Meere-Initiative, die sich auf wirtschaftliche Zusammenarbeit konzentriert, sowie die Bukarest-Neun als Plattform für den militärischen Dialog der Staaten an der NATO-Ostflanke. Bereits am Mittwoch findet in Bukarest ein Gipfeltreffen der B9 statt, bei dem weitere Schritte zur Sicherheit der Region beraten werden sollen.

Gemeinsame Militärpräsenz und transatlantische Beziehungen

Während des Treffens ging es auch um Fragen der Militärpräsenz – sowohl polnischer Soldaten in Rumänien als auch rumänischer Soldaten in Polen. Beide Präsidenten betonten, der Austausch von Erfahrungen und gemeinsame Militärübungen würden die Sicherheit der gesamten Region stärken. Diskutiert wurde zudem über die transatlantischen Beziehungen, die weiterhin das Fundament der europäischen Sicherheit bilden. Polen und Rumänien haben ihre Bereitschaft zu einer weiteren engen Zusammenarbeit mit ihren Partnern in der NATO und der Europäischen Union erklärt.

PAP/KPRP/ps

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