Bootle argumentiert, Großbritannien suche Inspiration häufig bei klassischen westlichen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich – übersehe dabei jedoch die Dynamik Mittelosteuropas. Polen sei längst nicht mehr nur ein „Aufhol-Land“, sondern entwickle sich zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für etablierte Wirtschaftsmächte.
Dem Bericht zufolge klopft Polen nicht nur an die Tür der G20-Staaten, sondern überholt in wirtschaftlichen Ranglisten auch Länder wie die Schweiz oder Schweden. Entscheidender als reine BIP-Zahlen sei jedoch ein anderer Indikator: die Migrationsbewegungen.
So habe sich die Richtung der Migration deutlich verändert. Innerhalb von weniger als zehn Jahren sei die Zahl der Briten, die nach Polen gezogen sind – etwa nach Warschau oder Krakau –, von rund 40.000 auf nahezu 200.000 gestiegen. Dies wertet Bootle als Beleg für die Attraktivität des polnischen Arbeitsmarktes.
Als Erfolgsfaktoren nennt der Ökonom eine marktwirtschaftliche Ausrichtung, hohe Produktivität sowie umfangreiche Investitionen in Sicherheit. Polen gebe gemessen am Anteil der Wirtschaftsleistung deutlich mehr für Verteidigung aus als die meisten NATO-Staaten, heißt es in der Analyse.
The Telegraph/jc