Deutsche Redaktion

Czarzasty warnt vor Verschärfung des Streits mit der Ukraine

02.06.2026 09:04
Parlamentspräsident Włodzimierz Czarzasty hat davor gewarnt, die Spannungen mit der Ukraine wegen historischer Streitfragen weiter zu verschärfen. Im Interesse Polens liege es, gute Beziehungen zu Kiew aufrechtzuerhalten, sagte der Vorsitzende der linken Pertei Nowa Lewica bei einem Treffen mit Bürgern in Sosnowiec.
Włodzimierz Czarzasty
Włodzimierz CzarzastyAnita Walczewska/East News

Zugleich kritisierte Czarzasty die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, einer Militäreinheit den Ehrennamen „Helden der UPA“ zu verleihen. Für diesen Schritt gebe es keine logische Erklärung, sagte der Politiker. Die UPA wird in Polen für Massaker an der polnischen Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich gemacht.

Mit Blick auf die Ankündigung des Präsidenten Karol Nawrocki, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen, mahnte Czarzasty jedoch zur Zurückhaltung. Er empfehle keine „unüberlegten Entscheidungen“. Fragen der polnisch-ukrainischen Beziehungen müssten mit Blick auf langfristige strategische Interessen beurteilt werden.

„Es gibt kein freies Polen ohne eine freie Ukraine“, sagte Czarzasty. Sollte die Ukraine ihre Unabhängigkeit verlieren, könnten als Nächstes Moldau, die baltischen Staaten oder Polen selbst unter Druck geraten.

Czarzasty verwies zudem auf die veränderte geopolitische Lage. Polen sei heute stärker als jemals zuvor seit 1989 von internationalen Entwicklungen abhängig. Besonders prägend seien der Krieg in der Ukraine und die Politik von US-Präsident Donald Trump. Die Europäische Union und Polen müssten deshalb ihre Verteidigungsfähigkeit ausbauen und dürften sich nicht ausschließlich auf die Vereinigten Staaten verlassen.


PAP/jc