Besonders schwer getroffen wurde die Kyiv-Pechersk Lavra, eines der bedeutendsten Zentren des orthodoxen Christentums. Durch den Beschuss geriet die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Das im Jahr 1051 gegründete Kloster gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Selenskyj sprach von „einem der schwersten russischen Verbrechen gegen das christliche Kulturerbe“. Russland habe in der Nacht insgesamt 70 Raketen und 611 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Die ukrainische Luftabwehr habe nach eigenen Angaben 50 Raketen und 582 Drohnen abgefangen.
Die Angriffe beschädigten zudem Wohnhäuser und Stromleitungen. Rund 140.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha verurteilte die Attacke scharf und erklärte, Russlands Präsident Wladimir Putin habe sich damit „für immer in die Liste der größten Barbaren der Geschichte eingetragen“.
Die Angriffe erfolgten kurz vor dem G7-Gipfel in Frankreich. Selenskyj forderte die westlichen Staaten auf, den Druck auf Moskau zu erhöhen und die ukrainische Luftverteidigung weiter zu stärken.
Auch in Charkiw kamen nach ukrainischen Angaben mindestens fünf Rettungskräfte bei einem russischen Angriff ums Leben. Russland meldete seinerseits drei Tote nach einem ukrainischen Drohnenangriff in der Region Tula südlich von Moskau.
Vor den Angriffen hatte Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump über Möglichkeiten zur Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges gesprochen.
PAP/jc