Deutsche Redaktion

Ukraine: Medien fordern langfristige Unterstützung und Reformen

26.06.2026 19:53
Der unabhängige Journalismus in der Ukraine bleibt nach Einschätzung von Medienvertretern auf internationale Unterstützung angewiesen. Auf einer Konferenz in Danzig bezeichnete der ukrainische Journalist Oleg Czabaraj die Finanzierung als größte Herausforderung. Ein funktionierender Medienmarkt existiere kaum. Werbeeinnahmen und Spenden reichten nicht aus, da viele Menschen ihre finanzielle Unterstützung vor allem dem Militär zukommen ließen.
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Bild:casimiro PT/Shutterstock

Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen ist die Europäische Union inzwischen der wichtigste internationale Geldgeber für ukrainische Medien. Generalsekretär Thibaut Bruttin sprach sich für eine grundlegende Reform des Mediensystems aus. Mehr Transparenz solle verhindern, dass Medien künftig erneut unter den Einfluss wirtschaftlicher oder politischer Interessengruppen gerieten.

Mit Blick auf die Zeit nach dem Krieg warnte Bruttin vor einer Rückkehr oligarchisch kontrollierter Medien. Nach dem Ende des staatlich koordinierten „Telemarathons“ müsse eine unabhängige und pluralistische Medienlandschaft entstehen, die die demokratische Entwicklung des Landes stärke.

Als positives Beispiel nannten die Teilnehmer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Suspilne. Trotz begrenzter finanzieller Mittel habe sich der Sender als unabhängige und vertrauenswürdige Informationsquelle etabliert und werde zunehmend in europäische Medienprojekte eingebunden.

Der Leiter des Institute for War and Peace Reporting (IWPR), Anthony Borden, warnte vor anhaltenden russischen Desinformationskampagnen. Moskau versuche weiterhin, den Eindruck zu vermitteln, die Ukraine verliere den Krieg und ihre westlichen Partner würden ihre Unterstützung einstellen. Zudem würden gezielt antipolnische Stimmungen in der Ukraine sowie antiukrainische Ressentiments in Polen geschürt.

Borden zeigte sich dennoch zuversichtlich. Im Vergleich zu den Milliardenkosten für den Wiederaufbau seien Investitionen in unabhängigen Journalismus gering, hätten aber eine zentrale Bedeutung für die demokratische Zukunft der Ukraine. Russische Desinformation stoße auf Grenzen, da die Menschen in der Ukraine die Folgen des russischen Angriffskrieges täglich selbst erlebten.

IAR/jc

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