Vor 80 Jahren starb Józef Mehoffer, einer der prägenden Künstler der polnischen Moderne. Der 1869 geborene Maler, Grafiker und Gestalter gehörte zu „Młoda Polska“, dem „Jungen Polen“ – jener Bewegung, die Kunst, Literatur und Kultur um 1900 erneuerte.
Mehoffer studierte in Krakau bei Jan Matejko und war eng mit Stanisław Wyspiański befreundet. Beide suchten nach neuen Ausdrucksformen zwischen Symbolismus, Jugendstil und nationaler Kunsttradition. Mehoffer ging dabei besonders vielseitige Wege: Er malte, entwarf Grafiken, Buchillustrationen, Möbel, Stoffe, Wandmalereien und Glasfenster.
Seine künstlerische Laufbahn führte ihn auch in den deutschsprachigen Raum. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und stellte später unter anderem in Wien und München aus. Internationale Beachtung fand sein Gemälde „Dziwny ogród“ – „Der seltsame Garten“, ein farbstarkes symbolistisches Bild, das bis heute zu seinen bekanntesten Werken zählt.
Sein Lebenswerk entstand jedoch in der Schweiz. Für die Kathedrale St. Nikolaus im zweisprachigen Freiburg/Fribourg entwarf Mehoffer monumentale Glasfenster. Der Auftrag begann in den 1890er Jahren und beschäftigte ihn über Jahrzehnte. Die Fenster verbinden religiöse Motive, leuchtende Farben und dekorative Kraft zu einem Gesamtkunstwerk des europäischen Jugendstils.
Mehoffer starb 1946 in Wadowice. Sein Werk blieb weit über Polen hinaus sichtbar – in Museen, Kirchen und vor allem dort, wo Licht durch seine Farben fällt.
IAR/PAP/adn