Bei einem Regionalforum im sibirischen Omsk bezeichnete Tokajew den Krieg als zwischenstaatlichen Konflikt und erklärte, die Ursachen der Auseinandersetzung seien für Kasachstan nicht eindeutig nachvollziehbar. Anders als beim Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach seien die Hintergründe des Krieges gegen die Ukraine „nicht völlig klar“, sagte er.
Der kasachische Präsident regte an, den Konflikt einzufrieren und zu einer überarbeiteten Version der sogenannten Istanbuler Friedensgespräche zurückzukehren. Mit Sicherheitsgarantien der Großmächte, darunter Russlands, könne so der Weg zu einem dauerhaften Frieden geebnet werden.
Zugleich betonte Tokajew, Kasachstan werde nicht als Vermittler zwischen Moskau und Kiew auftreten. Russland sei ein großes Land und könne seine Probleme ohne Vermittlung lösen.
Tokajew sprach sich zudem gegen die Fortsetzung des Krieges aus. Es sei tragisch, dass junge Menschen aus den „Brudervölkern“ Russlands und der Ukraine sterben.
Putin reagierte auf die Äußerungen zurückhaltend und kündigte an, Tokajew die russische Position zum Krieg später in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern.
Kasachstan unterstützt die territoriale Integrität der Ukraine, hat sich jedoch den meisten westlichen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen. Gleichzeitig baut das zentralasiatische Land seine Beziehungen zur Türkei, zu China und zu westlichen Staaten weiter aus.
IAR/jc