Polen weist die Kritik zurück. Die rund 5,5 Meter hohe Grenzbarriere wurde nach Beginn der Migrationskrise im Jahr 2021 errichtet. Die Regierung in Warschau begründet den Bau mit dem Schutz der EU-Außengrenze. Polen sowie die EU werfen Belarus und Russland vor, Migranten gezielt an die Grenze zu bringen, um Druck auf die Europäische Union auszuüben. Warschau spricht von einer hybriden Attacke.
Die Auswirkungen des Grenzzauns auf den Białowieża-Urwald beschäftigen die UNESCO bereits seit mehreren Jahren. Das Welterbekomitee hatte beide Staaten wiederholt aufgefordert, beim Schutz des grenzüberschreitenden Naturerbes enger zusammenzuarbeiten und negative Folgen für die Tierwanderungen zu begrenzen.
Nach Angaben des polnischen Klima- und Umweltministeriums bewertete das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner diesjährigen Sitzung zugleich die Fortschritte Polens beim Schutz des Białowieża-Urwalds positiv.
Im Oktober 2022 hat Polen einen 186 km langen Zaun an seiner Grenze zu Belarus fertig gestellt. Er besteht aus einem fünf Meter hohen Stahlzaun mit Stacheldraht und ist mit elektronischen Geräten ausgestattet.
PAP/jc