Putin hatte am Sonntag bei einem Treffen mit Soldaten der russischen Marine in St. Petersburg erklärt, die Ukraine werde „früher oder später“ ihre westlichen Gebiete verlieren. Diese hätten einst zu Polen, Ungarn oder Rumänien gehört. Russland sei der einzige Garant der territorialen Integrität der Ukraine gewesen, behauptete der Kremlchef.
Das polnische Außenministerium bezeichnete diese Aussagen als „falsch und völlig haltlos“. Sie seien Teil einer gezielten Desinformationskampagne und sollten Spannungen zwischen der Ukraine und ihren westlichen Unterstützern schüren.
Polen erkenne die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen uneingeschränkt an und unterstütze diese weiterhin, betonte das Ministerium. Dies gelte auch für die im bilateralen Grenzvertrag zwischen der Ukraine und Russland von 2003 festgelegten Grenzen.
Die wiederholten Behauptungen Moskaus über angebliche Annexionspläne Polens seien ein „primitives Instrument der Desinformation“ und fester Bestandteil des russischen Informationskriegs. Ziel sei es, europäische Staaten gegeneinander auszuspielen und von der russischen Militäraggression gegen die Ukraine abzulenken, erklärte das Außenministerium.
Zugleich forderte Warschau die russische Führung auf, ihre eigenen territorialen Ansprüche gegenüber den Nachbarstaaten aufzugeben.
PAP/jc