Nach Angaben des Operativen Kommandos der polnischen Streitkräfte wurde das Objekt um 3.40 Uhr im polnischen Luftraum erfasst. Zur Identifizierung und möglichen Abfangmaßnahme sei ein F-16-Kampfjet aufgestiegen. Sechs Minuten später sei das Flugobjekt jedoch von den Radarschirmen verschwunden. Ein Militärhubschrauber lokalisierte später einen mutmaßlichen Einschlagsort nahe der Ortschaft Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin.
Innenminister Marcin Kierwiński erklärte auf der Plattform X, unmittelbar nach dem Vorfall sei die Prozedur SPO-13 eingeleitet worden. „In der Nacht wurde der polnische Luftraum verletzt. Unverzüglich wurde die Prozedur SPO-13 eingeleitet und als schnellste Warnmöglichkeit für die Bevölkerung die Sirenen aktiviert“, schrieb der Minister. Die Gefährdung habe etwa 13 Minuten angedauert. Einsatzkräfte des Innenministeriums seien seit den frühen Morgenstunden vor Ort.
Ministerpräsident Donald Tusk teilte mit, er habe wegen des Vorfalls einen Koordinierungsstab mit Verteidigungsminister und Vertretern der Sicherheitsbehörden einberufen. Anlass sei die Verletzung des polnischen Luftraums während eines massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffs auf die Westukraine gewesen. Die zuständigen Dienste arbeiteten „seit vielen Stunden am Ort des Geschehens“ und informierten ihn fortlaufend über den Stand der Ermittlungen.
Die Behörden untersuchen derzeit die Herkunft des Flugobjekts. Nach Angaben des Innenministeriums besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.
PAP/jc