Keubel reagierte damit auf eine nicht offizielle Gedenkveranstaltung des polnischen Politikers Sławomir Mentzen am Brandenburger Tor. Teilnehmer erinnerten dort mit Fackeln und Transparenten an die Opfer des Warschauer Aufstands. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: „Die Deutschen töteten während des Warschauer Aufstands Tausende Kinder“ und „Wir werden niemals vergessen“.
Der AfD-Politiker bezeichnete die Veranstaltung als „peinlichen Moment“ und schrieb auf der Plattform X, die „Afroamerikaner Europas“ würden wieder ihre „Opferroutine“ pflegen. In einem weiteren Beitrag verspottete er die Teilnehmer als „ewige Opfer auf der Suche nach Mitleid“ und fragte polemisch, ob Deutschland ihnen „Taschentücher als Reparationen“ geben solle.
Es ist nicht das erste Mal, dass Keubel mit derartigen Aussagen über Polen auffällt. Bereits 2018 hatte er geschrieben, Polen sähen sich als „bemitleidenswertes Opfer der europäischen Geschichte“. Zudem bezeichnete er Polen in früheren Beiträgen als größere Bedrohung für Deutschland als Russland und sprach von einem besonders „antideutschen“ Land.
Fabian Keubel gehört der AfD an, bekleidet jedoch kein Mandat im Bundestag. Er war früher Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ in Sachsen und ist heute vor allem in Dresden aktiv.
Auch innerhalb der AfD stieß die Berliner Gedenkaktion auf Kritik. Der Europaabgeordnete Tomasz Froelich, der polnische Wurzeln hat und für die AfD im Europaparlament sitzt, erklärte, das Gedenken an die Opfer des Warschauer Aufstands solle nicht in einer fremden Hauptstadt stattfinden. Eine solche Form des Erinnerns verliere ihren politischen Wert und werde zu einer Provokation.
IAR/jc