Heraschtschenko zufolge könnten Männer unter verschiedenen Vorwänden auf der Straße, am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen angesprochen und zum Abschluss von Militärverträgen gedrängt werden. Medizinische Untersuchungen und eine Ausbildung würden dabei entfallen. „Im Grunde werden sie zu Kanonenfutter“, warnte der Politiker.
Heraschtschenko begründete seine Einschätzung mit einem Rückgang der Zahl neu abgeschlossener Militärverträge. Im ersten Quartal 2026 hätten täglich etwa 800 bis 1000 Menschen weniger Verträge unterzeichnet als zuvor. Die russischen Behörden würden deshalb versuchen, neue Soldaten „mit allen Mitteln“ zu gewinnen. Demnach werde auch an Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen nach Rekruten gesucht.
Der Politologe Wadim Denisenko hält das von Heraschtschenko genannte Ziel allerdings für unrealistisch. „Viel wahrscheinlicher ist, dass es gelingt, etwa 500.000 Menschen zu rekrutieren“, sagte er einem ukrainischen Nachrichtenportal.
Eine neue offizielle allgemeine Mobilmachung wurde bislang nicht angekündigt. Die von Heraschtschenko genannten Pläne für eine großangelegte Rekrutierungswelle im Herbst sind daher nicht unabhängig bestätigt.
PAP/jc