Zu den wichtigsten Programmpunkten der Feierlichkeiten gehörte die Militärparade auf der Warschauer Weichselstraße. Daran haben fast 2.000 Soldaten und 300 Fahrzeuge teilgenommen. Den Auftakt bildete ein Überflug von Flugzeugen und Hubschraubern, darunter die polnischen F-35 „Husarz“ und F-16 „Jastrząb“.
Auf der Weichselstraße wurden unter anderem die Schützenpanzer Borsuk, die Transportpanzer Rosomak, die Kampfpanzer Leopard, K2 und Abrams, die Panzerhaubitzen Krab, die Mörser Rak sowie die Raketensysteme HIMARS und Patriot präsentiert. Bei der Zeremonie betonte Präsident Karol Nawrocki, dass die Sicherheit des Staates über politischen Auseinandersetzungen stehen müsse. „Um über Polen streiten zu können, muss man es zunächst verteidigen“, sagte er.
Der Präsident erklärte, das erste Fundament der Sicherheit sei ein starkes Volk, aus dem – wie er betonte – die Stärke der Soldaten erwachse. Mit Blick auf die Schlacht bei Warschau sagte er zudem, der Sieg von 1920 bleibe eine Verpflichtung für die heutigen Generationen. Karol Nawrocki sagte auch, dass sich trotz des 106-jährigen Abstands die grundlegende Richtung der Bedrohung für Polen nicht verändert habe. „Die Bedrohung kommt weiterhin aus derselben Richtung – von der neoimperialen Russischen Föderation wie einst von den Bolschewiki“, sagte er.
Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte dankte den Soldaten für ihren täglichen Dienst und der Gesellschaft für ihre Unterstützung bei der Modernisierung der Armee. Er dankte auch der Führung des Verteidigungsministeriums für die Fortsetzung der Rüstungsverträge, die von der vorherigen Regierung abgeschlossen worden waren. Zugleich kündigte er an, auch Verträge zu unterstützen, die von der derzeitigen Koalition auf den Weg gebracht wurden, sofern sie das polnische Abschreckungspotenzial stärken.
Kosiniak-Kamysz: Vier Säulen der Sicherheit
Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz sprach unterdessen von vier Säulen der Sicherheit Polens, die im Motto der diesjährigen Feierlichkeiten SAFE zusammengefasst sind: Bündnisse, Armee, Fabriken und Europa. „Polen ist heute Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Es ist kein Unterauftragnehmer, sondern ein führendes Land – nicht nur bei den Ausgaben, sondern auch beim Mut zum Handeln“, betonte der Verteidigungsminister. Kosiniak-Kamysz teilte mit, dass die polnischen Streitkräfte derzeit 220.000 Soldaten umfassen. Ziel des Programms „Armee 500“ sei es, 300.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten zu erreichen. Der Minister verwies zudem auf die Bedeutung der heimischen Rüstungsindustrie. Wie er sagte, sollen 89 Prozent der Mittel aus dem SAFE-Programm an polnische Fabriken fließen. „Gekaufte Sicherheit endet in dem Moment, in dem jemand aufhört zu verkaufen. Produzierte Sicherheit endet nie“, sagte er.
Der Verteidigungsminister betonte zugleich, dass selbst der Ausbau von Armee, Industrie und Bündnissen nicht ausreiche, wenn nicht zugleich die nationale Gemeinschaft gestärkt werde. Mit Blick auf die Schlacht bei Warschau von 1920 sprach er von der Notwendigkeit, auch bei strategischen Fragen unabhängig von politischen Auseinandersetzungen geschlossen zu bleiben.
21 Ernennungen zu Generälen und Admiralen
Während der Parade überreichte Präsident Karol Nawrocki 21 Offizieren die Ernennungsurkunden für die Dienstgrade von Generälen und Admiralen. Die Beförderungen hatte er am 13. August unterzeichnet. Die Feierlichkeiten in Warschau wurden mit einer Marineparade in Gdynia verbunden, die Ministerpräsident Donald Tusk eröffnete. In einem besonderen Verband präsentierten sich rund 20 Schiffe der polnischen Marine und der verbündeten Streitkräfte. Begleitet wurde die Vorführung auf See von einem Überflug der Marineflieger.
Militärgerät aus nächster Nähe
Großes Interesse findet auch die Ausstellung von Militärgerät auf dem Gelände der Warschauer Zitadelle. Tausende Besucher können dort unter anderem Panzer und taktische Fahrzeuge aus nächster Nähe besichtigen und mit Soldaten über ihren Dienst sprechen.
PR/PAP/ps