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Weiterer russischer Großangriff auf Kiew. Polen ändert Warnverfahren

20.08.2026 11:02
Polen hat während eines russischen Großangriffs auf die Ukraine erstmals früher per SMS gewarnt: Bewohner grenznaher Regionen wurden bereits beim Start polnischer Kampfjets informiert. Eine Verletzung des polnischen Luftraums gab es nicht – in Rumänien dagegen stürzte eine Drohne nach Luftraumverletzung ab.
Kiew, Ukraine, 20.08.2026. Zerstrungen nach einem massiven nchtlichen russischen Raketenangriff auf Kiew am 20. dieses Monats. In der Nacht vom 19. auf den 20. August griff Russland Kiew und die Oblast Kiew mit ballistischen und lenkbaren Raketen sowie mit Shahed-Angriffsdrohnen an. Bei dem Angriff kamen 12 Menschen ums Leben, ber 30 wurden verl
Kiew, Ukraine, 20.08.2026. Zerstörungen nach einem massiven nächtlichen russischen Raketenangriff auf Kiew am 20. dieses Monats. In der Nacht vom 19. auf den 20. August griff Russland Kiew und die Oblast Kiew mit ballistischen und lenkbaren Raketen sowie mit Shahed-Angriffsdrohnen an. Bei dem Angriff kamen 12 Menschen ums Leben, über 30 wurden verlPAP/Vladyslav Musiienko

Polen informiert Bewohner grenznaher Regionen künftig früher über mögliche Risiken durch russische Angriffe auf die Ukraine. Während eines schweren nächtlichen Angriffs wurden in Teilen der Woiwodschaften Lublin und Karpatenvorland erstmals SMS-Warnungen verschickt, als polnische Kampfjets zur Sicherung des Luftraums aufstiegen – nicht erst bei einer unmittelbaren Gefahr über Polen.

Innenminister Marcin Kierwiński bestätigte die geänderte Praxis. „Wir haben nach den jüngsten Erfahrungen entschieden, dass wir dann, wenn unsere Kampfjets vom Militär gestartet werden, um den Luftraum zu patrouillieren, eine SMS verschicken werden“, sagte er. Die Nachricht solle nicht bedeuten, „dass eine Gefahr naht“, sondern auf ein mögliches Risiko hinweisen, damit die Menschen vorbereitet seien. „Wir ändern die Verfahren, wir ziehen Schlussfolgerungen“, sagte Kierwiński.

Das Regierungszentrum für Sicherheit hatte in der Nacht vor einem massiven Luftangriff im Westen der Ukraine gewarnt und dazu aufgerufen, offizielle Mitteilungen zu verfolgen. Nach etwa einer Stunde folgte die Entwarnung. Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte teilte mit, die Maßnahmen seien präventiv gewesen. „Eine Verletzung des polnischen Luftraums wurde nicht festgestellt“, hieß es. Bodengebundene Luftverteidigungs- und Radarsysteme kehrten anschließend in den normalen Betrieb zurück. An der Überwachung des polnischen Luftraums waren auch niederländische Streitkräfte beteiligt.

Schwere Schäden in Kiew

Der russische Angriff traf vor allem Kiew und die Region um die ukrainische Hauptstadt. Nach vorläufigen Angaben vom Morgen wurden mindestens 12 Menschen getötet und rund 40 verletzt. Beschädigt wurden unter anderem Wohnhäuser, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb, Russland habe verschiedene Arten ballistischer Raketen, Marschflugkörper und Drohnen kombiniert, um möglichst große Schäden an ziviler Infrastruktur anzurichten.

Selenskyj forderte erneut mehr Unterstützung bei der Flugabwehr. „Solange die Ukraine nicht über eine ausreichende antiballistische Verteidigung verfügt, wird Russland Gespräche über Frieden nicht ernst nehmen“, schrieb er. Patriot-Abfangraketen seien derzeit nicht zu ersetzen: „Jede zusätzliche Rakete rettet das Leben unserer Menschen.“

Rumäniens Luftraum verletzt

Auch in Rumänien gab es in derselben Nacht einen Vorfall. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums verletzte eine Drohne den rumänischen Luftraum und stürzte nahe Grindu im Kreis Tulcea auf unbewohntem Gebiet ab. Verletzte oder Sachschäden wurden nicht gemeldet. Zur Überwachung stiegen zwei spanische F-18-Kampfjets auf, außerdem wurde ein rumänischer Hubschrauber eingesetzt. Anders als in Polen wurde in Rumänien damit eine tatsächliche Luftraumverletzung festgestellt.

Die Ereignisse fallen in eine Phase verstärkter NATO-Flugaktivitäten über Polen. Das polnische Militär hatte zuvor erklärt, diese stünden im Zusammenhang mit der Bündnisoperation Eastern Sentry an der Ostflanke und dienten der Abschreckung sowie der Einübung von Verfahren.

IAR/PAP/adn

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