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Tusk warnt vor russischer Provokation gegen NATO-Staat

30.08.2026 09:45
Ministerpräsident Donald Tusk warnt vor einer möglichen russischen Provokation gegen einen Mitgliedstaat der Nato. Die kommenden sechs Monate könnten für die Sicherheit der Region entscheidend sein, schrieb Tusk nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Polen und das Bündnis müssten sich auf verschiedene Szenarien vorbereiten.
Premierminister Donald Tusk
Premierminister Donald Tusk PAP/Łukasz Gągulski

Tusk zufolge schreitet die Eskalation Russlands voran. Zugleich forderte er eine stärkere Unterstützung der Ukraine, insbesondere bei der Luftverteidigung. Dies sei auch für die Sicherheit Polens von unmittelbarer Bedeutung und eine Aufgabe für ganz Europa.

Tusk hatte bereits am Freitag vor einer möglichen schwerwiegenden Provokation oder einem begrenzten russischen Angriff auf einen Nato-Staat gewarnt. Unter Berufung auf Einschätzungen verschiedener Sicherheitsdienste sagte er zudem, Russland könnte eine Mobilisierung von bis zu 600.000 Soldaten vorbereiten. Einzelheiten oder einen möglichen Zeitpunkt nannte er nicht.

Die Warnungen folgten auf Berichte über einen Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters soll bei Gesprächen auch die Möglichkeit einer russischen Operation gegen ein Nato-Mitglied erörtert worden sein. Der Kreml wies die Berichte zurück. Tusk erklärte, Warschau stehe in ständigem Kontakt mit der CIA-Führung und sei über die amerikanische Initiative informiert gewesen.

Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer eines russischen Drohnenangriffs im Gebiet Kiew auf mindestens 37. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bei dem Angriff in der Ortschaft Myla im Raum Butscha zudem 42 Menschen verletzt, darunter vier Kinder. Eine russische Drohne hatte dort einen Ort getroffen, an dem Munition, Minen und Drohnen gelagert wurden. Anschließend kam es zu einem Brand und mehreren Explosionen.

381 Menschen, darunter 59 Kinder, wurden aus dem Gefahrengebiet evakuiert. Rund 50 Wohngebäude und ein Pflegeheim wurden beschädigt. Unter den Todesopfern war auch der Bürgermeister der Gemeinde Dmytriwska, Taras Didytsch. Für Sonntag wurde im Gebiet Kiew ein Trauertag ausgerufen.

Nach ukrainischen Angaben griff Russland in der Nacht insgesamt zehn Regionen des Landes an. Die Angriffe auf Kiew und Umgebung dauerten den dritten Tag in Folge an. 


IAR/PAP/jc

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