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Kallas: Angriff bei Leipzig trägt Züge staatlich unterstützten Terrorismus

02.09.2026 11:27
Der Drohnenangriff am Flughafen Leipzig trägt nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas „alle Merkmale eines staatlich unterstützten Terrorismus“. Als Reaktion auf den Vorfall sei der russische Botschafter einbestellt worden, sagte Kallas am Mittwoch vor einem informellen Treffen der EU-Außenminister im irischen County Wicklow. Zudem kündigte sie neue Sanktionen gegen rund 1600 Personen und Unternehmen aus dem russischen Rüstungssektor an.
Kaja Kallas
Kaja KallasGeert Vanden Wijngaert/Associated Press/East News

Der Angriff bei Leipzig werde bei dem Treffen der EU-Außenminister Thema sein, sagte Kallas. Deutschland hatte am Dienstag erklärt, dass Russland für den Vorfall verantwortlich sei.

„Wir werden über den Angriff in Leipzig diskutieren. Es ist klar, dass er alle Merkmale eines staatlich unterstützten Terrorismus trägt“, sagte Kallas. Nun gehe es darum, welche Maßnahmen die EU ergreifen könne. Mehrere EU-Mitgliedstaaten hätten bereits russische Botschafter einbestellt.

Die EU plane, rund 1600 Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum russischen militärisch-industriellen Komplex auf ihre Sanktionsliste zu setzen. Betroffen wären Akteure, die an der Produktion von Waffen beteiligt sind, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden. „Vielleicht werden es noch mehr“, sagte Kallas.

Für Privatpersonen bedeutet eine Aufnahme auf die EU-Sanktionsliste unter anderem ein Einreiseverbot in die Europäische Union und das Einfrieren von Vermögenswerten. Unternehmen dürfen keine Geschäfte mehr innerhalb der EU oder mit europäischen Partnern tätigen.

Kallas betonte, dass bei dem Treffen am Mittwoch noch keine Sanktionsentscheidungen getroffen würden. Das Treffen der Außenminister sei informell. „Wir werden aber darüber diskutieren, wie es weitergeht“, sagte sie.

Vorfall am Flughafen Leipzig

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 4. auf den 5. August in der Nähe des Flughafens Leipzig. Ein Transportflugzeug kollidierte mit einem unbekannten Objekt und wurde anschließend nach Hannover umgeleitet. Dort wurden leichte Schäden an der Maschine festgestellt.

Kurz zuvor war der Flughafen Leipzig zeitweise geschlossen worden, nachdem auf dem Vorfeld neben einem ukrainischen Transportflugzeug vom Typ Antonow eine Drohne mit einem Zünder und Sprengstoff gefunden worden war.

Das deutsche Innenministerium teilte am Dienstag mit, dass Russland nach den Ergebnissen der Ermittlungen für den Vorfall verantwortlich sei.

Als Reaktion kündigte Bundesaußenminister Johann Wadephul die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des Russischen Hauses in Berlin an. Letzteres tritt offiziell als Einrichtung zur Förderung der russischen Kultur auf.

 

PAP/IAR/jc

Tusk: Russland eskaliert Spannungen in der Region

02.09.2026 09:29
Polens Ministerpräsident Donald Tusk warnt angesichts des mutmaßlich russischen Sabotageversuchs am Flughafen Leipzig vor einer Eskalation in Europa „Polen, die baltischen Staaten, Rumänien und jetzt auch Deutschland. Russland eskaliert die Spannungen in der gesamten Region. Wir lassen uns nicht einschüchtern“, schrieb Tusk auf X.