Die AfD vertrete ein Programm, das den Interessen Polens entgegenstehe. Als Beispiel nannte er die Haltung der Partei gegenüber Russland. „Die prorussische Agenda der AfD, etwa der Vorschlag, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben, ist aus Sicht Polens gefährlich und nicht akzeptabel. Konkrete Punkte des AfD-Programms liegen nicht im polnischen Interesse“, betonte der Berater.
Polen müsse in Europa mit Parteien zusammenarbeiten, mit denen es gemeinsame Interessen gebe. Bei der AfD seien die Interessen dagegen „diametral unterschiedlich“. Deshalb sei der Erfolg der Partei „für uns ein Problem“.
Szefernaker machte zugleich frühere politische Entscheidungen in Deutschland für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich. Die Partei wäre seiner Ansicht nach „nie an die Macht gekommen, wenn es die Fehler der früheren Regierungen, von Bundeskanzlerin Angela Merkel, nicht gegeben hätte“.
Auch Donald Tusk habe als Präsident des Europäischen Rates entsprechende politische Entscheidungen mitgetragen. „Man muss aus der Vergangenheit Lehren für die Zukunft ziehen“, fügte er hinzu.
Die AfD hatte am Sonntag die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich gewonnen. Nach dem am Montag veröffentlichten amtlichen Ergebnis kam die Partei auf 43,8 Prozent der Stimmen und konnte ihr Ergebnis gegenüber der Wahl von 2021 mehr als verdoppeln. Damals hatte sie 20,8 Prozent erreicht.
Die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz kam mit 17,2 Prozent auf den zweiten Platz. Es folgten die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,6 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) schaffte mit 5,3 Prozent knapp den Einzug in den Landtag.
AfD und BSW verfügen damit zusammen über 44 Sitze im Landtag in Magdeburg und damit über eine Mehrheit. Beide Parteien hatten eine Zusammenarbeit bei einzelnen Projekten zuvor nicht ausgeschlossen. Eine formelle Koalition ist nach Angaben des Berichts derzeit jedoch kein erklärtes Szenario.
Die AfD wird als rechts, nationalistisch, populistisch und anti-etabliert beschrieben. Zu ihren politischen Forderungen gehören unter anderem eine deutliche Begrenzung der Zuwanderung, eine Einschränkung der Kompetenzen der Europäischen Union zugunsten der Nationalstaaten sowie eine „Normalisierung“ der Beziehungen zu Russland. Dazu zählen nach dem Programm der Partei auch die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland sowie die Wiederherstellung und Inbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines.
Auch Ministerpräsident Donald Tusk hatte den Wahlerfolg der AfD am Sonntag kommentiert. Auf der Plattform X schrieb er: „In Polen können sich nur Idioten oder Verräter über den Triumph der AfD in Deutschland freuen.“ Ergänzend schrieb er: „Davon gibt es bei Konfederacja und PiS offenbar eine ganze Menge.“
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