Poplawski ist seit acht Jahren AfD-Mitglied und engagiert sich in den lokalen Strukturen der Partei im sächsischen Görlitz. 2019 kandidierte er dort für die AfD bei den Kommunalwahlen. Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag 43,8 Prozent der Stimmen erreicht und war damit stärkste Kraft geworden.
Das Wahlergebnis sei für die deutsch-polnischen Beziehungen zunächst wenig bedeutend, sagte Poplawski. Landesregierungen betrieben keine Außenpolitik und hätten daher keinen direkten Einfluss auf die Beziehungen zu Polen. Für die deutsche Innenpolitik sei der Erfolg dagegen „ein politisches Erdbeben“. Die AfD habe „eine politische Rakete gestartet“, während die CDU „an den Rand gedrängt“ worden sei.
Poplawski verteidigte die AfD gegen den Vorwurf des Rechtsextremismus. Während sie in Europa allgemein als rechtsextrem oder rechtspopulistisch bezeichnet werde, verstehe sich die Partei selbst als „konservative Rechte“, die auf die Stimme der deutschen Bevölkerung höre.
Auch Vorwürfe einer antipolnischen Haltung der AfD wies der Politiker zurück. Er selbst habe als Deutscher mit polnischen Wurzeln innerhalb der Partei keine negativen Erfahrungen gemacht. Kritik an der Forderung der AfD nach einer Wiederaufnahme von Nord Stream 2 wies er mit dem Argument zurück, dies liege im Interesse Deutschlands.
Auf die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit mit der polnischen Konföderation oder der nationalkonservativen PiS zeigte sich Poplawski offen. Ausgeschlossen sei lediglich eine Kooperation mit Parteien, die die AfD als politisches Schreckgespenst und „neonazistische Partei“ darstellten. „Wir sind bereit, mit jeder polnischen Partei zusammenzuarbeiten, die die EU so verändern will, dass zentralistische Bestrebungen gestoppt und die Nationalstaaten gestärkt werden“, sagte er.
Ein Austritt Deutschlands aus der EU sei allerdings nicht das Ziel der AfD. Angestrebt werde vielmehr eine „tiefgreifende Reform“ der Europäischen Union.
Auch den Vorwurf einer prorussischen Ausrichtung seiner Partei wies Poplawski zurück. Die AfD sei eine „Partei des Friedens und keine Partei des Kremls“. Russland sei aus Sicht der AfD der Aggressor in der Ukraine, zugleich müsse verhindert werden, dass sich der Krieg auf Europa ausweite. Die Partei setze deshalb auf Dialog, auch mit Moskau. Der Krieg könne nur am Verhandlungstisch beendet werden, sagte Poplawski.
PAP/jc