Seit dem 1. September gelten in polnischen Schulen und Kindergärten neue Vorgaben für die Verpflegung. Auf den Speiseplänen sollen unter anderem regelmäßig Fisch und Hülsenfrüchte stehen. Gleichzeitig werden Zucker und Salz begrenzt. Ziel der neuen Regeln ist es nach Angaben des Gesundheitsministeriums, die Ernährung von Kindern ausgewogener zu gestalten und Übergewicht entgegenzuwirken.
Morawiecki, ehemaliger Ministerpräsident und heute Vorsitzender der Partei Rozwój Plus, kritisierte die Änderungen. „Statt Schnitzel bekommen die Kinder Sojaschnitzel“, sagte er in einem Video auf der Plattform X. Er warf der Regierung vor, die Eltern nicht konsultiert zu haben und den Kindern eine sogenannte Planetary Health Diet (PHD, deutsch etwa „planetare Gesundheitsernährung“) aufzuzwingen.
„Zuerst machen sie Angst, dass eine fleischhaltige Ernährung den Planeten zerstört, und dann zwingen sie die Kinder, Bohnen mit Graupen zu essen. Schluss mit diesem ideologischen Wahnsinn“, sagte Morawiecki. Er appellierte: „Kommt zur Vernunft!“
Nowacka reagierte ebenfalls scharf. Auf die Frage von Journalisten, ob sie sich zu Morawieckis Kritik äußern müsse, antwortete sie: „Muss ich mich zu jeder Dummheit und Unwissenheit von Herrn Morawiecki äußern?“
Die Bildungsministerin verwies darauf, dass die neuen Ernährungsvorschriften vom Gesundheitsministerium vorbereitet worden seien. Morawiecki müsse als ehemaliger Ministerpräsident wissen, dass Verordnungen einem öffentlichen Konsultationsverfahren unterlägen. Die betreffende Verordnung sei bereits im Februar dieses Jahres in Kraft getreten. „Wo war Herr Morawiecki all diese Monate, dass er sich überhaupt nicht für die Angelegenheit interessiert hat?“, fragte Nowacka.
Sie betonte, Kinder sollten sich gesund ernähren. Angesichts zunehmender Fettleibigkeit müsse „jeder vernünftig denkende Mensch“ dafür eintreten, etwas für eine gesunde Ernährung zu tun.
Diese müsse ausgewogen sein, auf regionalen Produkten beruhen und zugleich Erzeugnisse polnischer Landwirte nutzen, sagte Nowacka. „Und dann kommt Herr Morawiecki, ohne irgendetwas gelesen zu haben, und sagt, ihm gefalle nicht, dass die Kinder Graupen essen. Na, Mensch, Graupen ist doch ein polnisches Produkt“, sagte die Ministerin.
Nach den neuen Vorgaben müssen die Speisepläne unter anderem mindestens eine Portion Fisch und eine Mahlzeit aus Hülsenfrüchten ohne tierische Produkte pro Woche enthalten. Fleischgerichte dürfen beim Mittagessen höchstens zweimal pro Woche angeboten werden. Zudem sollen Suppen mindestens zweimal wöchentlich auf Gemüsebrühe basieren. Der Anteil von Gemüse, Obst und Vollkornprodukten soll erhöht werden.
IAR/jc