Die Überreste waren 2023 und 2024 bei Exhumierungen des polnischen Instituts für Nationales Gedenken (IPN) geborgen worden. Zwei der Kinder konnten bislang genetisch identifiziert werden: Zdzisław Kafarski und Henryk Słaboszewski. Sechs weitere Opfer konnten anhand historischer und anthropologischer Untersuchungen wahrscheinlich zugeordnet werden. Eine genetische Bestätigung war wegen des schlechten Zustands der DNA nicht möglich. Die Untersuchungen dauern an.
Ein polnisches Kind, das im NS-Lager in der Przemysłowa-Straße inhaftiert war.
Kinder unter grausamen Bedingungen
Das deutsche „Jugendverwahrlager“ in Łódź bestand von Dezember 1942 bis Januar 1945. Es wurde auf einem abgetrennten Teil des Łódźer Ghettos eingerichtet. Polnische Kinder wurden dort unter anderem wegen ihrer Nationalität und wegen vermeintlichen Widerstands gegen die deutschen Besatzer eingesperrt. Die Kinder mussten unter schwersten Bedingungen viele Stunden täglich arbeiten. Ein Teil überlebte die Haft wegen Hunger, Überarbeitung, schlechter hygienischer Bedingungen und brutaler Behandlung nicht. Nach Angaben des IPN durchliefen etwa 2.000 bis 3.000 polnische Kinder das Lager. 77 Opfer konnten bislang namentlich identifiziert werden.
Mahnmal für das Martyrium der Kinder, das sogenannte „Gesprungene Herz“ in Łódź – enthüllt am 9. Mai 1971.
Der Nationale Gedenktag für die polnischen Kriegskinder wird seit 2023 am 10. September begangen. Er erinnert an die polnischen Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs unter der deutschen und sowjetischen Besatzung litten.
PAP/jc