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Beisetzung von Opfern des deutschen Kinderlagers in Łódź begonnen

10.09.2026 11:46
In Łódź haben die Trauerfeierlichkeiten für zehn Opfer des deutschen Kinderlagers in der Przemysłowa-Straße begonnen. Eine Messe in der St.-Adalbert-Kirche eröffnete am Donnerstag die Zeremonien. Daran nahm auch der polnische Präsident Karol Nawrocki teil. Der Tag ist in Polen der Nationale Gedenktag für die Kriegskinder.
Die Kinder waren whrend der deutschen Besatzung unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt und mussten schwere Zwangsarbeit leisten.
Die Kinder waren während der deutschen Besatzung unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt und mussten schwere Zwangsarbeit leisten.wikimedia commons

Die Überreste waren 2023 und 2024 bei Exhumierungen des polnischen Instituts für Nationales Gedenken (IPN) geborgen worden. Zwei der Kinder konnten bislang genetisch identifiziert werden: Zdzisław Kafarski und Henryk Słaboszewski. Sechs weitere Opfer konnten anhand historischer und anthropologischer Untersuchungen wahrscheinlich zugeordnet werden. Eine genetische Bestätigung war wegen des schlechten Zustands der DNA nicht möglich. Die Untersuchungen dauern an.


Ein polnisches Kind, das im NS-Lager in der Przemysłowa-Straße inhaftiert war. Ein polnisches Kind, das im NS-Lager in der Przemysłowa-Straße inhaftiert war.

Kinder unter grausamen Bedingungen

Das deutsche „Jugendverwahrlager“ in Łódź bestand von Dezember 1942 bis Januar 1945. Es wurde auf einem abgetrennten Teil des Łódźer Ghettos eingerichtet. Polnische Kinder wurden dort unter anderem wegen ihrer Nationalität und wegen vermeintlichen Widerstands gegen die deutschen Besatzer eingesperrt. Die Kinder mussten unter schwersten Bedingungen viele Stunden täglich arbeiten. Ein Teil überlebte die Haft wegen Hunger, Überarbeitung, schlechter hygienischer Bedingungen und brutaler Behandlung nicht. Nach Angaben des IPN durchliefen etwa 2.000 bis 3.000 polnische Kinder das Lager. 77 Opfer konnten bislang namentlich identifiziert werden.


Mahnmal für das Martyrium der Kinder, das sogenannte „Gesprungene Herz“ in Łódź – enthüllt am 9. Mai 1971. Mahnmal für das Martyrium der Kinder, das sogenannte „Gesprungene Herz“ in Łódź – enthüllt am 9. Mai 1971.

Der Nationale Gedenktag für die polnischen Kriegskinder wird seit 2023 am 10. September begangen. Er erinnert an die polnischen Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs unter der deutschen und sowjetischen Besatzung litten.


PAP/jc