NATO-Kampfjets haben über Litauen eine nicht identifizierte Drohne abgeschossen. Der Einsatz in der Nacht rückt die Verwundbarkeit der NATO-Ostflanke erneut in den Fokus.
Nach Angaben des Leiters des Nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, wurde das Fluggerät weniger als 40 Kilometer von Kaunas entfernt zerstört. Bewohner mehrerer Regionen erhielten kurz nach Mitternacht Warnmeldungen auf ihre Mobiltelefone.
Spezialkräfte wurden zum Einsatzort entsandt. Sie sollen klären, um welchen Typ Drohne es sich handelte und welchem Zweck ihr Flug diente. Die litauischen Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass sie wahrscheinlich aus Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen sei. Eine abschließende Bestätigung dafür liegt nicht vor.
Wegen der Gefährdung wurde der Flugverkehr in Vilnius eingeschränkt, der Flughafen setzte seinen Betrieb zeitweise aus. Präsident Gitanas Nausėda dankte den NATO-Verbündeten für ihre schnelle Reaktion und bekräftigte, Litauen werde seinen Luftraum gemeinsam mit den Bündnispartnern schützen.
Bereits am Sonntag hatten Warnungen vor einem möglichen Drohnenflug in Vilnius und weiteren Regionen Alarm ausgelöst. Damals ergab die Überprüfung durch aufgestiegene Kampfjets, dass Radare einen Vogelschwarm erfasst hatten.
IAR/adn