EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas hat den russischen Drohnenangriff im Westen der Ukraine nahe der polnischen Grenze als Einschüchterungsversuch gegen die Unterstützer Kyjiws bezeichnet. „Es ist klar, dass damit westliche Staaten davon abgeschreckt werden sollen, die Ukraine zu unterstützen“, sagte Kallas am Montag.
Der Westen müsse daraus den gegenteiligen Schluss ziehen, erklärte sie: „Wir sollten zeigen, dass wir die Ukraine unterstützen und uns nicht einschüchtern lassen.“ Andernfalls erreiche Russland sein Ziel, die Ukraine zu unterwerfen.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag waren nach PAP-Angaben mehrere Geran-5-Drohnen im Westen der Ukraine eingesetzt worden. Polens Luftwaffe ließ Kampfjets aufsteigen, während Behörden die Bevölkerung in grenznahen Woiwodschaften warnten.
Nahe der Grenze wurde eine Lokomotive eines Personenzugs am Bahnhof Jahodyn beschädigt, rund zwei Kilometer von Polen entfernt. Der ukrainische Sender Suspilne berichtete unter Berufung auf einen Vertreter der Staatsbahn Ukrzaliznyzja, der Zug sei von Kyjiw nach Warschau unterwegs gewesen. Ein weiterer Drohneneinschlag traf eine Tankstelle nahe dem Grenzübergang Dorohusk–Jahodyn.
Ministerpräsident Donald Tusk hatte am Sonntagabend erklärt, die Eskalation russischer Aktivitäten sei Realität und ihre Auswirkungen rückten näher an Polens Grenze.
PAP/adn