Bolesław Prus’ Roman „Lalka“ kommt am Mittwoch erneut ins polnische Kino. Maciej Kawalski erzählt die Geschichte des wohlhabenden Warschauer Kaufmanns Stanisław Wokulski, der sich in die verarmte Aristokratin Izabela Łęcka verliebt. Marcin Dorociński spielt Wokulski, Kamila Urzędowska Izabela.
Als Ignacy Rzecki ist Marek Kondrat zu sehen, der nach fast 20 Jahren ohne Filmrolle zurückkehrt. Sein Vater Tadeusz Kondrat hatte bereits in Wojciech Jerzy Has’ Verfilmung von 1968 mitgewirkt. Für Marek Kondrat sei „Lalka“ immer sein Lieblingsroman gewesen; die persönliche Verbindung zu den früheren Adaptionen habe seine Entscheidung für die Rolle zusätzlich bestärkt.
Kawalski will keine bloße Illustration des Literaturkanons liefern. Der Film solle berühren, aber auch komische Momente haben, sagte er. „Lalka ist lebendig. Sie berührt Saiten, die für uns wichtig sind.“
Der Kinostart trifft auf eine bereits laufende Debatte über Paweł Maślonas Netflix-Serie, die seit dem 16. September abrufbar ist. Die Serie war von Beginn an als zeitgenössische Neuinterpretation angekündigt. Ein Teil des Publikums kritisiert ihren lockeren Umgang mit der Vorlage, andere Zuschauer reagieren begeistert.
Auch frühere Bearbeitungen lösten Diskussionen aus. Has’ Kinofilm wurde bei seinem Erscheinen zunächst zurückhaltend aufgenommen, gilt heute aber als eine der bedeutenden Literaturverfilmungen des polnischen Kinos. Die neunteilige TV-Fassung von Ryszard Ber aus dem Jahr 1978 wird dagegen besonders oft für ihre Nähe zum Roman hervorgehoben.
IAR/PAP/adn