Außenminister Radosław Sikorski würdigte Amaglobeli als eine Frau, die auch hinter Gittern standhaft bleibe. Ihre Geschichte zeige, dass Meinungsfreiheit gerade dann geschützt werden müsse, wenn geäußerte Ansichten unbequem seien. Die polnische Regierung fordere zudem, der Journalistin eine fachgerechte medizinische Versorgung zu ermöglichen und ihre Behandlung nicht zu behindern. Amaglobeli leide im Gefängnis an einer schweren Augenerkrankung.
Amaglobeli war im August vergangenen Jahres in Batumi zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, während eines regierungskritischen Protests einen Polizisten geohrfeigt zu haben. Nach ihrer Festnahme trat sie in einen 38-tägigen Hungerstreik.
Die Journalistin gründete die unabhängigen Nachrichtenmedien Batumelebi und Netgazeti. Internationale Menschenrechts- und Medienorganisationen betrachten ihre Haft nach eigenen Angaben als politisch motiviert. Amaglobeli erhielt bereits den Sacharow-Preis.
Dimitradze sagte bei der Verleihung, Amaglobeli sei von der Auszeichnung tief bewegt. Die Ehrung verstehe sie zugleich als Anerkennung für den Einsatz aller georgischen Journalisten für die Meinungsfreiheit.
Der Lech-Wałęsa-Solidaritätspreis wird für besondere Verdienste um Demokratie und Bürgerrechte vergeben. Er ist mit einer Million Złoty dotiert.
IAR/jc