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Proteste für Liberalisierung des Abtreibungsrechts

22.10.2026 10:00
In Polen gehen am Donnerstag erneut Frauen auf die Straße, um für eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts zu demonstrieren. Die Proteste stehen unter dem Motto „Rote Karte für die Abtreibungspolitik“ und richten sich gegen aus Sicht der Organisatorinnen nicht erfüllte Wahlversprechen der Regierung. Die meisten Kundgebungen sollen um 18.00 Uhr beginnen.
Der 22. Oktober ist bewusst gewhlt: Vor genau sechs Jahren verschrfte das polnische Verfassungsgericht das Abtreibungsrecht.
Der 22. Oktober ist bewusst gewählt: Vor genau sechs Jahren verschärfte das polnische Verfassungsgericht das Abtreibungsrecht. Longfin Media/Shutterstock

Der Termin erinnert an den 22. Oktober 2020. Damals verschärfte das Verfassungsgericht das Abtreibungsrecht. Seitdem sind Schwangerschaftsabbrüche wegen schwerer und unheilbarer Fehlbildungen des Fötus nicht mehr zulässig. Die Entscheidung löste landesweite Massenproteste aus.

Die Organisatorinnen fordern unter anderem, Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren und die Unterstützung bei Abtreibungen vollständig zu entkriminalisieren. Außerdem verlangen sie einen umfassenden Zugang zur sogenannten Pille danach.

„Wir fordern, dass alle Versprechen erfüllt werden, die den Frauen vor der Wahl 2023 gemacht wurden“, sagte Anna Tomaszewska von der Organisation Akcja Demokracja. Damals sei zugesagt worden, dass Frauen selbst über einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden könnten.

Am Dienstag hatte das Parlament zwei Gesetzesvorhaben zur Änderung des Abtreibungsrechts verabschiedet. Eines betrifft Schwangerschaftsabbrüche bei schweren Fehlbildungen des Fötus, das andere die Entkriminalisierung der Unterstützung bei Abtreibungen. Als Nächstes soll sich der Senat mit den Vorlagen befassen. Anschließend sollen sie dem Präsidenten vorgelegt werden.

Die Organisatorinnen der Proteste kritisieren die bisherigen Schritte als unzureichend. Sie fordern eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche.

Demonstrationen sind unter anderem in Warschau, Krakau, Danzig, Breslau, Posen und Stettin geplant.


PAP/jc

 

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