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„Man muss weiter denken“: Außenminister Sikorski nach der US-Wahl

06.11.2026 10:57
Nach dem Mehrheitsverlust der Republikaner im US-Kongress betont Radosław Sikorski, Polen habe seine Kontakte zu den Demokraten nie vernachlässigt und wolle parteiübergreifend ein guter Verbündeter bleiben.
Warschau, 03.11.2026. Der stellvertretende Ministerprsident und Auenminister Radosław Sikorski bei der Regierungssitzung im Sitz des Kanzleramtes der Republik Polen (KPRM) in Warschau am 3. dieses Monats. Der Ministerrat wird sich unter anderem mit einem Gesetzentwurf zur Anhebung der Bugeldstze befassen. (jm) PAPAlbert Zawada
Warschau, 03.11.2026. Der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Radosław Sikorski bei der Regierungssitzung im Sitz des Kanzleramtes der Republik Polen (KPRM) in Warschau am 3. dieses Monats. Der Ministerrat wird sich unter anderem mit einem Gesetzentwurf zur Anhebung der Bußgeldsätze befassen. (jm) PAP/Albert ZawadaPAP/Albert Zawada

Polens Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski hat das Ergebnis der US-Zwischenwahlen als deutlichen Denkzettel für die Republikaner bewertet. „Die Amerikaner haben die Regierungspartei tatsächlich in beispielloser Weise abgestraft“, sagte Sikorski am Donnerstag dem Sender TVP Info. Auf die Frage, ob ihn das Ergebnis freue, antwortete er, solche Äußerungen dürfe er nicht machen.

Nach den noch unvollständigen Ergebnissen verloren die Republikaner bei den Kongresswahlen am Dienstag ihre Mehrheiten in beiden Kammern an die Demokraten. Diese gewannen mindestens sieben bislang von Republikanern gehaltene Senatssitze und sicherten sich damit die Mehrheit im Senat. Sie siegten auch in der republikanischen Hochburg Texas.

"Polens Regierung hat ihre Beziehungen zu den Demokraten nie vernachlässigt"

Sikorski erklärte, das Ausmaß des demokratischen Erfolgs habe sich in Meinungsumfragen abgezeichnet. Allerdings sei unklar gewesen, wie zuverlässig diese seien. Weltweit gebe es ein Problem mit großen Fehlermargen bei Umfragen. Menschen antworteten offenbar nicht immer ehrlich, sagte der Außenminister.

Mit Blick auf die neue Mehrheit im Kongress betonte Sikorski, die polnische Regierung habe ihre Beziehungen zu den Demokraten nie vernachlässigt. Polen wolle ein guter Verbündeter der Vereinigten Staaten sein, unabhängig davon, wer in Polen oder in den USA regiere. Zugleich warf er der polnischen Rechten und dem Präsidentenpalast vor, davon ausgegangen zu sein, dass Populisten in den USA für immer an der Macht bleiben würden. Er hoffe, dass sie daraus etwas lernten.

Der Außenminister fügte hinzu, er unterhalte vor allem Kontakte zu potenziellen demokratischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl. Nach dem Mehrheitswechsel im Kongress werde unter anderem der Vorsitz im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses neu besetzt. Den künftigen Vorsitzenden kenne er bereits sehr gut, sagte Sikorski. „Man muss weiter denken als bis zur eigenen Nasenspitze“, fügte er hinzu.

PAP/adn

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