Heute, am 2. Oktober 2024, jährt sich zum 110. Mal der Geburtstag von Jan Nowak-Jeziorański (1914–2005), einem herausragenden Schriftsteller, Politiker und Soldaten der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa). Bekannt als der legendäre „Kurier aus Warschau“ und Mitglied der Cichociemni (Elitefallschirmjäger), gilt er als unbestrittene Autorität für viele Generationen von Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er langjähriger Direktor der Polnischen Redaktion von Radio Freies Europa. 1994 hat er den Orden des Weißen Adlers, die höchste polnische Auszeichnung, erhalten.
Während der deutschen Besatzung war Nowak-Jeziorański im Untergrund aktiv. Als Kurier und Emissär des Oberbefehlshabers und des Kommandanten der Armia Krajowa übermittelte er wichtige Nachrichten zwischen dem besetzten Polen und der polnischen Exilregierung. Er kämpfte im Warschauer Aufstand von 1944. Nach dem Krieg entschied er sich für das Exil, arbeitete als Redakteur der polnischen Sektion der BBC in London und leitete anschließend 25 Jahre lang die polnische Abteilung von Radio Freies Europa in München.
Unterstützer des polnischen NATO-Beitritts
Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der demokratischen Opposition in Polen und engagierte sich für die Reduzierung der polnischen Auslandsschulden. Als ehemaliger Berater des Nationalen Sicherheitsrates der USA unter den Präsidenten Jimmy Carter und Ronald Reagan war er ein angesehener Publizist und Experte für internationale Angelegenheiten. Dank seiner einflussreichen Position in den USA trug er maßgeblich zum Beitritt Polens zur NATO bei.
1989 besuchte er erstmals nach dem Krieg wieder Polen. 2002 kehrte er endgültig zurück und ließ sich in Warschau nieder.
Radiopersönlichkeit und Schriftsteller
In den 1990er Jahren arbeitete er mit dem Polnischen Rundfunk zusammen, wo er die Sendereihe „Polska z oddali“ („Polen aus der Ferne“) moderierte. 2002 wurde er mit dem Diamantenen Mikrofon ausgezeichnet, einer prestigeträchtigen Ehrung für herausragende Radiopersönlichkeiten. Zu seinen literarischen Werken zählen „Kurier aus Warschau“, „Krieg im Äther“, „Gespräche über Polen“ und „Polen gestern, heute und morgen“. Seine umfangreichen Archivbestände übergab er dem Zakład Narodowy im. Ossolińskich (Ossolineum) in Wrocław.
Jan Nowak-Jeziorański setzte sich aktiv für den Beitritt Polens zur Europäischen Union ein. Er arbeitete mit wissenschaftlichen und meinungsbildenden Institutionen zusammen, die die europäische Zusammenarbeit förderten, darunter der Robert-Schuman-Stiftung und das Institut für Strategische Studien.
IAR/adn