Die als Schwarze Madonna von Częstochowa bezeichnete Marienikone ist nicht nur ein religiöses Heiligtum Polens, sondern ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Identität. Als im Winter 1655 die Schweden Jasna Góra erobern wollten und das Paulinerkloster monatelang belagerten, stießen sie auf den Widerstand einer Gruppe von Mönchen, die das zahlenmäßig überlegene schwedische Heer zurückdrängen konnte. Aus diesem Moment ist die Symbolik des Ortes erwachsen und Schriftsteller wie Henryk Sienkiewicz schrieben den Wendepunkt in diesem Krieg sowie das Ende der „Sintflut“ der Heiligen Jungfrau Maria zu.
Die Schwarze Madonna von Częstochowa ist nicht nur ein religiöses Heiligtum Polens, sondern ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Identität. (Wikimedia Commons)
Im Spätsommer 1920 riefen polnische Bischöfe die Gottesmutter erneut zur Königin Polens aus. Als die Bolschewiki schon kurz vor Warschau standen und ihr Sieg sicher schien, stieß der Oberbefehlshaber Józef Piłsudski mit einem überraschenden Manöver in die Flanke der gegnerischen Truppen und zwang sie zum Rückzug. Zum ersehnten Sieg kam es im Umfeld des Feiertags Mariä Himmelfahrt, der als Beweis für das Einwirken der Jungfrau Maria gelte.
Am 26. August 1956 wurde zum 300-jährigen Jubiläum und in Anwesenheit von einer Million Pilgern die Erneuerung des Mariengelübdes abgehalten.
So wurde sie auch nach 1945 zum Symbol des antikommunistischen Widerstands. Ende August 1956 wurde in Anwesenheit von einer Million Pilgern die Erneuerung des Mariengelübdes abgehalten, jedoch ohne den höchsten Würdenträger der polnischen Kirche Stefan Wyszyński. Auf dem Höhepunkt der stalinistischen Kirchenverfolgung wurde er 1953 inhaftiert. Das Gelübde von Jasna Góra wurde somit nicht nur zu einem Protest gegen die Machthaber, sondern ebenso zu einer Solidaritätsbekundung mit Kardinal Wyszyński, der immer wieder die Bedeutung der Schwarzen Madonna hervorgehoben und an die Einheit von Nation und Katholizismus geglaubt hatte. Mehr darüber erzählt Wojciech Osiński.