Der Polski Fiat 508 entstand dank eines Abkommens zwischen dem polnischen Staat und der italienischen Automobilfirma Fiat. Die Regierenden in Warschau wollten im Jahr 1932 moderne Fahrzeugtechnik ins Land holen, ohne sie selbst von Grund auf entwickeln zu müssen. Trotzdem war die Serienproduktion des neuen Fiat 508 vor allem eine polnische Erfolgsgeschichte. Die Autos wurden den polnischen Bedingungen angepasst und wurden bald zu einem Massenphänomen. Plötzlich konnten sich Tausende ein Fahrzeug leisten.
Auch Schriftsteller und Künstler reagierten auf die rasante Motorisierung in den Dreißigern (Wańkowicz, Dołęga-Mostowicz). Fahrzeuge und die damit verbundenen Bildfelder (Straßen, Motoren, Unfälle) verdichteten sich zu einer einflussreichen Kollektivsymbolik, die verschiedene Diskurse binden und vermitteln konnte.
Als die Serienproduktion des Polski Fiat 508 losging, hingen beinahe an jeder Litfaßsäule Werbeplakate. (NAC)
Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 kam die Produktion des Polski Fiat 508 zwar zum Erliegen, hatte jedoch der heimischen Kfz-Industrie bereits eine Struktur gegeben, die auch nach 1945 von Bedeutung sein sollte. Wojciech Osiński nimmt sie mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der polnischen Automobilbranche.