Aufgrund seines mutigen Wirkens ging der Geistliche Ignacy Tokarczuk als „unbeugsamer Hirte“ in die Geschichte der polnischen Kirche ein. Im Jahr 1966 erhielt er die Bischofsweihe, Ein Vierteljahrhundert später verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den persönlichen Titel eines Erzbischofs. 1992 wurde Tokarczuk erster Metropolit des neuen Erzbistums Przemyśl.
Der Erzbischof stammte aus der Gegend um Zbaraż (heute Ukraine), einem der Schauplätze der „Trilogie“ von Henryk Sienkiewicz. (Wikimedia Commons)
Erzbischof Tokarczuk zeichnete sich durch eine kompromisslose Haltung gegenüber den Behörden der Volksrepublik Polen aus. Ohne auf staatliche Genehmigungen zu warten, ließ er in seiner Diözese mehr als 400 Kirchen errichten. In den 1980er Jahren zählte er (neben den Priestern Jerzy Popiełuszko und Henryk Jankowski) zu den bekanntesten Unterstützern der Gewerkschaftsbewegung Solidarność. Er bot politisch Verfolgten Schutz und Obdach.
Bischof Ignacy Tokarczuk war mit dem „Primas des Jahrtausends“ Stefan Wyszyński eng befreundet. (NAC)
Ob seines politischen Widerstands wurde der Bischof von Przemyśl jahrzehntelang vom polnischen Sicherheitsdienst (SB) verfolgt und mit Verleumdungskampagnen bekämpft. Für sein Engagement wurde er als „großer Staatsmann“ gewürdigt und vielfach geehrt, darunter mit dem Orden des Weißen Adlers, der höchsten Auszeichnung der Dritten Polnischen Republik. Mehr über diesen außergewöhnlichen Menschen erzählt Wojciech Osiński.