Am 13. Juli jährt sich der Tod von Jan Karski zum 26. Mal. Aus diesem Anlass erinnern wir an unseren Beitrag über den legendären Kurier des polnischen Untergrundstaates, der als einer der ersten Augenzeugen den Holocaust dokumentierte und die westlichen Alliierten vor den deutschen Verbrechen warnte.
Durch einen Tunnel des jüdischen Widerstands gelangte Jan Karski in das Warschauer Ghetto. Dort sah er die ausgehungerten Kinder und die sterbende jüdische Bevölkerung auf den Straßen.
Im Juli 1943 traf sich Karski persönlich mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt und berichtete ihm über die Situation in Polen und darüber, was er gesehen hatte. Er sprach auch mit anderen US-amerikanischen Politikern, Führern jüdischer Organisationen und katholischen Erzbischöfen, jedoch ohne Erfolg.
Doch die Mission scheiterte. Die Botschaft der polnischen Juden stieß auf Unglauben, ebenso wie Karskis Augenzeugenbericht aus dem Warschauer Ghetto. Karskis im Herbst 1944 veröffentlichtes Buch über den polnischen Untergrundstaat wurde in den USA ein Bestseller - aber das Morden in Auschwitz und anderen Todeslagern ging noch monatelang weiter.
Daniel Kaiser mit einem Porträt.