In den 1920er Jahren griffen zahlreiche Architekten auf traditionelle polnische Formen zurück, beispielsweise auf den klassizistischen Adelssitz (Dwór), um nach der Wiedererlangung der Eigenstaatlichkeit einige symbolische „Ausrufezeichen“ zu setzen.
Ab Ende des Jahrzehnts und vor allem in den frühen 1930ern setzte sich in Polen jedoch ein anderer Stil durch. Architekten forderten eine radikale Abkehr vom Historismus hin zu einem modernen Wohnungsbau und industrieller Rationalität (Bauhaus-Einflüsse, klare Geometrie, Flachdächer, gewaltige Fensterfronten, Art déco). Noch heute finden wir in Krakau und Warschau Spuren der damaligen polnischen Architektur und Ingenieurskunst.
Das Gebäude, in dem sich gegenwärtig das Hotel Warszawa befindet, gehört noch heute zu den Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt. (Wikimedia Commons)
Ein bestimmtes Gebäude gehört bis heute zu den Wahrzeichen Warschaus. Im Zentrum entstand ab 1931 das Prudential-Hochhaus, das zweithöchste Bürohaus Europas. Es galt als Symbol des Modernismus im aufstrebenden Warschau der Zwischenkriegszeit und hat sämtliche historische „Feuerproben“ überstanden. Wojciech Osiński berichtet.