Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland ist in Tschechien ausgezeichnet worden. Sie nahm in Prag den Internationalen Karl-IV.-Preis entgegen, der von der Stadt Prag und der Karls-Universität vergeben wird. Mit der Auszeichnung werden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik geehrt, die einen Beitrag zur „harmonischen Entwicklung der Zivilisation“ geleistet haben.
Bei der Zeremonie im Altstädter Rathaus wurde Hollands Werk besonders mit Blick auf historische Erinnerung sowie den Einsatz für Menschenrechte und demokratische Werte hervorgehoben. Holland sagte im Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk, es sei „gut“, wenn sie nicht nur als kreative Stimme, sondern auch als jemand wahrgenommen werde, der wichtige Fragen zur Gegenwart und Verantwortung stelle.
Die Regisseurin arbeitet demnach bereits an einem neuen Projekt. Sie suche nach einer „realistischen Utopie“, die Menschen neue Energie geben könne; Dystopien seien nicht mehr nötig, „weil wir in ihnen leben“, sagte Holland.
Holland ist die achte Preisträgerin des seit 1993 vergebenen Karl-IV.-Preises und die erste Frau, die damit geehrt wurde. Die Absolventin der Prager Filmhochschule FAMU war zuvor bereits vom tschechischen Präsidenten Petr Pavel für Verdienste im Kulturbereich ausgezeichnet worden. Ihr jüngster Film „Franz Kafka“ erhielt dem Bericht zufolge beim Festival in Gdynia den Silbernen Löwen.
IAR/adn