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Deutsche Redaktion

Do Rzeczy: Die Ausgrenzung Polens hat ein konkretes Ziel

14.01.2020 10:31
In dem Einleitungsartikel in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy bezieht sich der Chefredakteur Paweł Lisicki auf die jüngsten Kontroversen in Bezug auf die Geschichte des II. Weltkrieges. Der Publizist stellt dabei eine kühne These auf.
Presseschau
Presseschaupxhere.com, CC0 Public Domain

DO RZECZY: Relativierung der kommunistischen Verbrechen

In dem Einleitungsartikel in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy bezieht sich der Chefredakteur Paweł Lisicki auf die jüngsten Kontroversen in Bezug auf die Geschichte des II. Weltkrieges. Der Publizist stellt dabei eine kühne These auf. Staatspräsident Andrzej Duda habe keine andere Wahl gehabt. Da ihm ein Auftritt bei dem Holocaust-Forum in Jerusalem verwehrt wurde, habe er seine Reise nach Israel abgesagt. Wieso sei es aber zu einer solchen Situation gekommen, fragt Paweł Lisicki und antwortet: die Ausgrenzung Polens aus der historischen Debatte, als des größten Landes Mittelosteuropas, das dramatische Erfahrungen sowohl mit dem Nazideutschland als auch mit dem Kommunismus durchmachen musste, habe ein konkretes Ziel. Und zwar wolle man dadurch die Gleichstellung der Naziverbrechen mit jenen der Kommunisten vermeiden. Wieso? Weil es die Tragödie des Holocaust einzigartig mache. Dadurch könne Israel die Vergangenheit weiterhin sehr gekonnt instrumentalisieren, unter anderem in der Nahost-Politik aber auch in Kontakten mit einigen europäischen Staaten, darunter mit Polen, meint der Publizist.

Eben aus diesem Grund müsse man aber den Kommunismus, soweit es geht, rechtfertigen, führt der Publizist fort. Hätte man doch die Verbrechen der Kommunisten als Völkermord bezeichnet, würde es bedeuten, dass auch einige Juden, konkret gesagt, Kommunisten jüdischer Abstammung, Völkermord begangen haben. Man würde also den Opfern eines bestialischen Mordes zugleich die Teilnahme an einem ebenso brutalen Verhalten vorwerfen. Das wolle man vermeiden. Deshalb spreche man den Ländern Mittelosteuropas das Recht auf eine eigene Geschichtsschreibung, in der die Taten der Kommunisten beim Namen genannt werden, ab. Sonst könnte der Eindruck entstehen, dass die Juden nicht die einzige lupenreine Nation der Welt seien. Viele Juden hatten doch das kommunistische Regime aufgebaut und spielten in diesem Prozess eine Zeit lang die Schlüsselrollen.

In diesem Kontext erkenne man ziemlich genau, worum es in den letzten Ereignissen gehe, lesen wir weiter. Hier würden sich einerseits die Interessen des auf kommunistischen Ressentiments basierenden Präsidenten Wladimir Putin mit den Interessen einzelner jüdischer Milieus verbinden, die den Kommunismus zu relativieren versuchen. Putin versuche das Erbe der Sowjetunion zu rechtfertigen, weil er mit Hilfe der sowjetischen Vergangenheit die Identität des heutigen Russlands aufzubauen versuche. Israel versuche wiederum die kommunistischen Verbrechen zu verschweigen, weil dadurch jegliche Verantwortung für einen Teil dieser Verbrechen von jüdischen Genossen abgenommen werde. Die Folge dieser eigenartigen geschichtspolitischen Kooperation sei ein Versuch, die polnische Erfahrung, in der sowohl die Nazis als auch die Kommunisten die Rolle der Verbrecher spielten, in Frage zu stellen. Die Ausgrenzung des polnischen Präsidenten von der aktiven Teilnahme an der Diskussion in Yad Vashem sei kein Zufall, kein faux pas oder diplomatischer Fehler gewesen. Polen müsse künftig auf einen harten Kampf bereit sein, so Paweł Lisicki abschließend in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy.       

 

 

PLUS MINUS: Komasa kämpft um den Oscar

Die Freude in Polen ist groß - "Corpus Christi", der Streifen des jungen polnischen Regisseurs Jan Komasa wurde für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film” nominiert. In einem Gespräch mit der Wochenzeitschrift Plus Minus erzählt Komasa von seinen bisherigen Erfahrungen mit der amerikanischen Filmindustrie. In den vergangenen zehn Jahren habe man die Aufmerksamkeit Künstlern geschenkt, die international bekannt waren: Agnieszka Holland, Paweł Pawlikowski, Andrzej Wajda, Jerzy Skolimowski. Er sei ein neues Gesicht. Die Nominierung sei für ihn daher eine große Überraschung gewesen. Er müsse damit nun zurechtkommen, obwohl er noch keine 40. sei.

Die letzten Wochen habe er in den USA verbracht. Er habe Werbung für seinen Film gemacht, sagt Komasa. Die Werbeaktion bestehe vor allem darin, dass man Unmengen von Geld bei den Aufführungen ausgebe. Das entsprechende Geld, eine halbe Million Zloty, habe das Polnische Filminstitut PISF zur Verfügung gestellt. Für polnische Verhältnisse sei das eine große Summe, zugleich würden die Mitbewerber Millionen Dollar für Werbezwecke ausgeben. Die Werbekampagnen würden viel mehr als die Filme selbst kosten, meint der Regisseur.

Der Filmmarkt sei überflutet. Um erkannt zu werden, müsse man viel zahlen. Dennoch sei ein erfreulicher Trend zu verzeichnen, sagt weiter Jan Komasa. Keiner könne das Phänomen zwar erklären, aber Osteuropa werde endlich anders als noch vor einigen Jahren wahrgenommen. Nach der Misere der 80-er und 90-er Jahre nehmen man die kulturelle Identität der Region endlich wahr. Es sei eine Folge der schweren Arbeit der neuen Generationen von Künstlern, urteilt Komasa. Olga Tokarczuk habe letztens den Nobelpreis bekommen, die erz-slawische TV-Serie „The Witcher” werde weltweit gefeiert, und nun bekomme er, ein in den USA bislang unbekannter Regisseur, die Chance auf einen Oscar, so Jan Komasa in Plus Minus.


SUPER EXPRESS: Gute Nachrichten für den Präsidenten

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die politische Lage. Eine bessere Nachricht zum Jahresbeginn konnte sich Präsident Andrzej Duda wohl nicht vorstellen, schreibt die Tageszeitung Super Express. Einer neuesten Meinungsumfrage sei zu entnehmen, dass das amtierende Staatsoberhaupt mit Zuversicht in die Zukunft schauen könne. Geht es um die anstehende Präsidentschaftswahl würden im ersten Wahlgang 43 Prozent der Befragten für die Wiederwahl Dudas stimmen. Die Kandidatin der größten Oppositionspartei PO, Małgorzata Kidawa-Błońska könnte dagegen auf die Unterstützung von 23 Prozent der Wähler rechnen. Die restlichen Kandidaten würden sichtlich schwächer abschneiden und balancierten auf dem Niveau von ca. 7 Prozent. Gäbe es also nur einen Wahlgang, würde Präsident Duda die Wahl gewinnen. Sollte es aber einen zweiten Wahlgang geben, werde die Situation für den amtierenden Präsidenten deutlich komplizierter, schreibt Super Express.

 


Jakub Kukla