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Deutsche Redaktion

Margot in Männerhaft

10.08.2020 11:45
In der Presse geht es heute unter anderem um die kontroverse Verhaftung der LGBT-Aktivistin Margot, nach der es am Wochenende zu tumulthaftigen Protesten in Warschau gekommen war. Außerdem erfahren Sie auch, wie das Gesundheitsministerium eine Wiederholung des Lockdowns verhindern will.
Protest aktywistów LGBT na Krakowskim Przedmieściu w Warszawie
Protest aktywistów LGBT na Krakowskim Przedmieściu w WarszawiePAP/Radek Pietruszka

SIECI: Die zweite Welle 

In einem Gespräch mit der Wochenzeitschrift Sieci bezieht sich Vize-Gesundheitsminister Janusz Cieszynski auf die aktuelle epidemiologische Lage in Polen. Er gehe davon aus, dass sich solche Szenarien, wie die, die man von vor ein paar Monaten kenne, im Herbst nicht wiederholen würden, sagt der Politiker. Man wüsste inzwischen mehr über das Virus, deshalb seien die Ärzte im Stande die Krankheit effektiver zu bekämpfen. Man habe darüber hinaus Zeit gewonnen, um eventuelle Mängel in der medizinischen Ausrüstung nachzuholen. Auch wenn die Zahl der Infektionen also steigen sollte, werde man solche Bilder, wie man sie vom Jahresbeginn aus einigen europäischen Ländern kenne, wohl nicht mehr erleben. 

Geht es nach Cieszynski, sei es noch zu früh, um zu urteilen, ob wir es bereits mit der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu tun hätten. Die Zahl der Ansteckungen steige zwar, sei aber noch nicht so hoch, dass die Situation außer Kontrolle geraten würde. Worauf man mit Sicherheit im Herbst gefasst sein müsse, sei eine höhere Zahl von Grippe-Fällen. Aus Statistiken der vergangenen Jahre gehe hervor, dass die Zahl der Grippe-Erkrankungen zwischen 100 – 150 Tausend täglich erreichen könne. Die wichtigste Aufgabe sei es deshalb, ein angemessenes Verhaltensmodell sowohl für Ärzte, als auch für die Patienten auszuarbeiten. 

Die Entscheidung darüber, wer in einer solchen Situation auf Corona getestet sein sollte und wer nicht, sei noch nicht geklärt worden. Im Ministerium würden bereits entsprechende Prozeduren ausgearbeitet. Im Herbst werde man den Ärzten und Patienten klare Anweisungen vorstellen. Dies sei eben ein wichtiger Unterschied im Vergleich mit der ersten Phase der Pandemie im März, sagt Janusz Cieszynski im Gespräch mit der Wochenzeitschrift Sieci. 


SUPER EXPRESS: Margot in Männerhaft

Eine bekannte LGBT-Aktivistin ist am Freitagabend von der Polizei in Warschau verhaftet worden, worauf es zu tumultartigen Protesten im Zentrum der Stadt kam. Bei der LGBT-Aktivistin handelt es sich um eine junge Person mit dem Spitznamen Margot. Sie ist Teil eines Kollektivs, das kontroverse Aktionen für LGBT-Rechte organisiert – wie etwa die Dekorierung von Christus-Denkmälern mit Regenbogenflaggen. Ein Warschauer Gericht habe entschieden, die Aktivistin für zwei Monate in Untersuchungshaft einzusperren, erinnert die Tageszeitung Super Express. Die Festnahme stehe mit dem Angriff auf einen Pro-Life-Aktivisten in Zusammenhang. Der Mann sei durch die Stadt mit Postern gefahren, die dem LGBT-Milieu nicht gefallen haben. Der Mann sei angegriffen und sein Auto beschädigt worden.

Nun werde Margot mehrere Wochen in Untersuchungshaft verbringen – in einer Abteilung für Männer. Margot sei transsexuell, informiert das Blatt. Sie sei als Mann zu Welt gekommen, fühle sich aber eine Frau. Die Einsperrung einer Person in einem solchen Moment gemeinsam mit Männern sei das schlimmste was passieren könne, alarmiert Julita Kata, Psychologin und Chefin einer Stiftung, die sich für die Rechte von Transsexuellen einsetzt. Sie habe Angst, darüber nachzudenken, was in der Zelle passieren könnte. 

Das Gericht argumentiere aber, dass Margot laut Dokumenten ein Mann sei. Deshalb werde er die kommenden zwei Monate der Abteilung für Männer verbringen, so Super Express. 


RZECZPOSPOLITA: Nächste Station - Wahnsinn

Auf die aktuelle Diskussion über LGBT bezieht sich der Publizist Artur Ilgner in der Tageszeitung Rzeczpospolita. Er sei, um es milde auszudrücken, kein großer LGBT-Fan. Doch mit Vertretern diese Gruppe habe er keinen Konflikt. Sie würden in ihrer eigenen Welt leben, er in seiner. Mit einigen Vertretern von LGBT führe er auch interessante Diskussionen, weil es gebildete und intelligente Menschen seien. In diesem Milieu habe es solche Menschen übrigens immer gegeben, und es werde sie auch immer geben. Die Geschichte zeige, wie wichtig der Beitrag von Homosexuellen in die Kultur und Wissenschaft gewesen sei. Die Geschichte zeige ebenfalls, wie oft diese Gruppe von den bürgerlichen Gesellschaften verspottet und ausgestoßen und von totalitären Systemen sogar ermordet worden sei. Es sei eine richtige Tendenz, dass man diesen Menschen  gegenwärtig das Recht zu einem normalen Leben zuspreche. Er sei sogar der Meinung, dass man das Recht zu eingetragenen Partnerschaften in Polen endlich juristisch regeln sollte.   

Zugleich spreche er sich entschlossen gegen die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare aus. In dieser Angelegenheit sei er einfach ein Fundamentalist. Ein zweiter Aspekt, der ihn beunruhige und sich auf die Diskussion über LGBT beziehe, sei die Manifestation der eigenen Sexualität in der Öffentlichkeit. Das Genom determiniere die menschliche Intelligenz, aber auch das Libido. Ein erwachsener und bewusster Mensch könne den Versuch unternehmen, es zu ändern. Offen bleibe jedoch die Frage, inwieweit der Behaviorismus die spätere Entwicklung der Sexualität von Minderjährigen beeinflussen könne. Öffentliche Werbung für neue sittliche Normen, die ständige mediale Präsenz von Trans- und Homosexuellen würde zweifelsohne Einfluss auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen nehmen. Das Ergebnis sei bislang zwar unklar. Auf alle Fälle sei es, nach Ansicht der Publizisten, aber ein gefährliches Spiel. Um so mehr, dass die Radikalität beider Seiten des Konflikts steige. Auf der einen Seite Frustration, auf der andere aggressive Ideologie, die - wie die Rote Armee - keine Grenzen kenne. Die nächste Station sei Wahnsinn. 

 

Jakub Kukla