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Deutsche Redaktion

Atomabkommen mit den USA. Großer Schritt oder nur Papierkram?

21.10.2020 13:23
Während des Gipfeltreffens der Drei-Meere-Länder in Tallinn wurde ein polnisch-amerikanisches Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der zivilen Nukleartechnologie unterzeichnet. Wird dieses Dokument das nukleare Bauprojekt an der Weichsel vorantreiben?
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PresseschauShutterstock.com

Energetyka24: Atomabkommen mit den USA. Großer Schritt oder nur Papierkram?

Während des Gipfeltreffens der Drei-Meere-Länder in Tallinn wurde ein polnisch-amerikanisches Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der zivilen Nukleartechnologie unterzeichnet. Wird dieses Dokument das nukleare Bauprojekt an der Weichsel vorantreiben, fragt der Energie-Experte Jakub Wiech für das Nachrichtenportal Energetyka24. Es werde sicherlich die Grundlage für Amerikas langfristiges Engagement und für die endgültigen Entscheidungen der Regierung in Warschau sein, lesen wir.

Das neue Abkommen könnte den polnischen Nuklearplänen auch eine neue Dynamik verleihen, überzeugt Wiech, die - noch vor der Coronavirus-Pandemie - in eine Art Stillstand geraten seien. Es gebe bislang nämlich noch immer keine finalen Entscheidungen, keinen Standort, ganz zu schweigen von einem Finanzmodell. Der Eintritt der Amerikaner in das polnische Kernkraft-Projekt könnte die Antwort auf die meisten dieser Probleme sein. Die Tatsache, so Wiech, dass die USA im Rennen um das polnische Atomprojekt die Führung übernehmen, zeige sich nicht nur in dem Abkommen, sondern auch in einer Reihe früherer Vereinbarungen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieses Sektors.

In Praxis könnten nur drei Länder die erforderlichen Technologie-Standards erfüllen - die USA, China und Russland. Sowohl solche strategischen Technologien als auch große und langfristige chinesische oder russische Investitionen in Polen wären aber aus politischen und geostrategischen Gründen schwierig umzusetzen, argumentiert Wiech. Die Chancen Polens für die Kernindustrie seien daher groß, zumal Amerika auch versuche, seine eigene Atomindustrie wiederzubeleben.

Polsatnews.pl: Kinder sollten so bald wie möglich zur Schule zurückkehren

In Polen herrscht Fernunterricht in Sekundarschulen in den roten Zonen und Hybrid-Unterricht in der gelben Zone. Der politische Kommentator und Historiker Piotr Zaremba halte dies für einen der schmerzhaftesten Misserfolge der polnischen Gesellschaft in der Zeit der Pandemie.

In einem Kommentar für das Online-Wochenmagazin des privaten Fernsehsenders Polsat, schreibt Zaremba, dass junge Menschen, die ursprünglich an dem Fernunterricht interessiert waren, sehr schnell zu ihren Schulen, Kollegen und normalen Kontakten zurückkehren wollten. Eine Fernausbildung lenke junge Menschen zu sehr ab und, wie der Autor glaubt, verurteile sie zur Einsamkeit. Es gehe somit um die strategische Frage: Was für eine Gesellschaft wollen wir aufbauen? Bestehe nicht die Gefahr, minimale soziale Bindungen zu zerreißen? Die Schule unterrichte nämlich nicht nur, sondern ermögliche es auch soziale Kontakte zu knüpfen. Sie lehre nicht nur die Zusammenarbeit während des Unterrichts, aber halt auch, wie man mit anderen Menschen zurechtkomme.

Er verstehe zwar die Sicherheits-Argumente, könne aber die Begeisterung jener nicht schlucken, die eine zivilisatorische Chance beim Transfer der Bildung in die virtuelle Welt sehen. Diese Begeisterung soll bei den Universitäten noch größer sein, heißt es weiter. Für Studenten sei es einfacher, von der rein pädagogischen Dimension von Online-Vorlesungen zu profitieren. Hier seien aber ebenfalls ganze Segmente von der Kunsterziehung über die Medizin bis hin zu technischen Fachhochschulen gefährdet, glaubt der Theaterkritiker.

Kinder und Studenten, müssen wieder zur Schule zurückkehren, überzeugt der Autor. Dies müsse auch auf Kosten weiterer Schwankungen der Infektions-Kurve erfolgen. Es könnte nämlich möglich sein, dass die Welt noch lange Zeit in einer solchen Krise aushalten müsse. Zu viel strikter Anweisungen seien auf lange Dauer auch sehr schlecht für die schon sowieso schlechte psychische Gesundheit der Polen. Laut Zaremba haben die Polen die kollektive Prüfung in sozialer Disziplin bereits mehr als bestanden. Sie hätten dies bereits im März bewiesen, heißt es abschließend, als sie ohne Protest zu Hause geblieben seien und sich nicht wie verrückt auf den Straßen wie die Franzosen oder Italiener angehäuft hätten.    

PAP: Die Pandemie beschleunigt das Ende des Liberalismus

Die Welt stehe vor dem Ende der liberalen Ordnung. Die liberale Doktrin sei nicht mehr für das, was in der Weltwirtschaft geschehe und für reale politische Prozesse geeignet - sagt in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur PAP der Soziologe und EU-Abgeordnete Prof. Zdzisław Krasnodębski. Wie er bemerke, sei im Zeitalter der Pandemie das Konzept der Grenze als Mittel zum Schutz der Gesellschaft zurückgekehrt, und das Konzept der Kontrolle und des kollektiven Interesses sei wieder an erster Stelle. Die individuellen Freiheiten seien sogar im Namen des Gemeinwohls eingeschränkt worden. Andererseits verstärken sich auch zentralistische Tendenzen. Ein Beispiel dafür sei der Versuch, die Kompetenzen der EU-Institutionen infolge des Plans zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft und der Klimapolitik radikal zu erweitern, was zu einer weiteren Einschränkung der Souveränität schwächerer Mitgliedstaaten führen müsse, glaubt der EU-Abgeordnete.

Die Pandemie habe zu dem die langjährigen sozialen Konflikte in europäischen Ländern verschärft. In Frankreich konzentriere sich die Aufmerksamkeit während der Pandemie auf Klassenunterschiede - zwischen Arbeitern, der Mittelklasse und der Oberschicht. In Deutschland hingegen sei der Generationskonflikt sichtbarer, zumal Covid-19 für ältere Menschen gefährlicher sei und junge Menschen ihre Freiheiten und Freizeitbeschäftigungen nur ungern aufgeben würden, um Ältere zu schützen. In Polen, überzeugt Krasnodębski am Schluss im Gespräch mit PAP, sehe man eine emotionale Zerrissenheit der Massen, Versuche in das politische Leben Anarchie einzuführen und die Epidemie politisch zu instrumentalisieren.


Autor: Piotr Siemiński