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Deutsche Redaktion

Das wahre Gesicht der Elite

08.01.2021 10:57
In einem Interview mit der Tageszeitung Rzeczpospolita erklärt der zornige Aktivist und Soziologe Jan Śpiewak, wieso er eine öffentliche Entschuldigung von der berühmten Schauspielerin und Theaterdirektorin Krystyna Janda erwarte.
Jan Śpiewak
Jan ŚpiewakForum/Adam Chelstowski

RZECZPOSPOLITA: Das wahre Gesicht der Elite

In einem Interview mit der Tageszeitung Rzeczpospolita erklärt der zornige Aktivist und Soziologe Jan Śpiewak, wieso er eine öffentliche Entschuldigung von der berühmten Schauspielerin und Theaterdirektorin Krystyna Janda erwarte. Janda und andere Schauspieler hätten sich Ende Dezember impfen lassen, obwohl sie nicht zur Gruppe „0” gehören, zu der ausschließlich Ärzte und Krankenschwestern gehören. Die auf die Impflisten eingeschobenen Promis lösten eine Welle von Empörung aus.

Jan Śpiewak fodert nun in einem offenen Brief die Schauspielerin Janda zur Entschuldigung auf. Er sei davon empört, dass sich Vertreter der großstädtischen Eliten außer der Reihe impfen lassen, statt denjenigen den Vortritt zu leisten, die täglich ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren. Es sei keine Werbeaktion für Impfungen gewesen, sondern eine private Initiative des Direktors der Universitätsklinik in Warschau, der die Schauspielerin einfach angerufen und ihre Impfungen angeboten habe. Sie wiederum habe zugesagt und bei Gelegenheit ihre Familie und einige Mitarbeiter ins Krankenhaus mitgebracht.

Er kenne Äußerungen von Medizinern, auch von der Warschauer Uniklinik, die für denselben Tag für eine Impfung verabredet waren, sie aber letztendlich nicht bekommen hätten. Eine Situation, in der die Gesellschaft zuschauen solle, wie Promis bevorzugt werden, sei für ihn inakzeptabel, führt Śpiewak fort. Er wolle diesen Skandal an die große Glocke hängen, weil diese Affäre das wahre Gesicht der Elite zeige: ein unverschämtes, primitives und korrumpiertes Gesicht.

Auf die Frage, wieso er das gleiche nicht über Landräte von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) behaupte, antwortet der Aktivist, die öffentliche Verantwortung einer bekannten Künstlerin, die übrigens stets das Wort in politischen Angelegenheiten ergreife, sei viel größer. Aber in der Tat sollte jeder, der seine Position dazu benutzt habe, um schneller als geplant geimpft zu werden, seinen Posten verlieren und aus der Partei rausgeschmissen werden. Zum Beispiel der ehemalige Premierminister Leszek Miller – er sollte aus der linken Partei SLD rausgeschmissen werden. Die Tatsache, dass er immer noch ein Parteimitglied sei, zeuge, wie wenig sich die Parteien voneinander unterscheiden würden. Die Krise werde so lange dauern, bis sie sich für ihr Verhalten nicht entschuldigen und Reue zeigen würden.

Jarosław Kaczyński, der Chef der Regierungspartei und sein Umfeld, hätten von der Elite ein wunderbares Geschenk für den Jahresauftakt bekommen. In der Regierungspartei werde wohl immer eine Flasche Champagner geöffnet, wann immer Leszek Miller (SLD) seinen Mund öffnet, so Jan Śpiewak voller Zorn über die jüngste Impfaffäre. 

FAKT: Nicht nur Promis werden bei Impfung bevorzugt

Nicht nur die Promis hätten die Gunst der Stunde genutzt, um sich so schnell wie möglich gegen Covid-19 zu impfen, berichtet die Tageszeitung Fakt. In ganz Polen gäbe es Signale, dass neben den Warschauer VIP’s es auch in anderen Städten Menschen gäbe, die außer der Reihe an die Impfung gekommen seien, schreibt das Blatt. Das Ministerium wolle eine gänzliche Liste von diesen Personen nicht veröffentlichen. Im Wege stehe der Schutz personenbezogener Daten, heißt es. Die Tageszeitung gehe jedoch davon aus, dass die Öffentlichkeit das Recht darauf habe, diese Menschen kennenzulernen.

Bislang hätte nur wenige zugegeben, dass sie geimpft worden seien, obwohl sie zu der Gruppe “0“ nicht gehören das heißt keine Ärzte oder Krankenschwestern seien. Die Mehrheit schweige, stellt das Blatt fest. Solche Themen solle man aber ans Tageslicht bringen – sie würden zeigen, wie einerseits das Gesundheitswesen, andererseits der gesamte Staat funktioniere.

Unter der kleinen Gruppe derjenigen, die eine Impfung außer der Reihe zugestanden hätten, sei der Landrat Marcin Piwnik. Er sei Vorsitzender des sozialen Rates im lokalen Krankenhaus. Aus diesem Grund besuche er die Heilanstalt mehrmals die Woche. Ein anderer Lokalpolitiker Andrzej Kruczkiewicz meint, er habe mit gutem Beispiel vorangehen wollen. Noch andere vertreten die Meinung, dass die Impfung den Bach runtergehen würde, deshalb hätten sie sich für eine Spritze entschieden.

Die Landesweite Impfaktion wurde in Polen Ende Dezember gestartet. In der ersten Phase sollten ausschließlich Ärzte und Krankenschwestern geimpft werden.

 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Nur Deutschland und Italien sind schneller

Ganz andere Aspekte der landesweiten Impfaktion greift die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna auf. Das Blatt bezieht sich auf die Aussage von Minister Michał Dworczyk, der die Aktion koordiniert. Geht es nach dem Politiker, befinde sich Polen derzeit auf dem dritten Platz in Europa, wenn es um die bislang durchgeführten Impfungen geht. Bis Ende März sollen, laut Verträgen mit den Herstellern, fast 6 Millionen Impfstoffdosen Polen erreichen. Dworczyk gehe davon aus, dass diese Zahl die Impfung von fast 3 Millionen Polen ermöglichen werde.

Der Politiker habe zugegeben, dass sich die Impfaktion zwar immer noch in der Anfangsphase befinde. Mit der Zeit wolle man aber das Tempo erhöhen. Schneller würden in Europa nur Deutschland und Italien handeln. Polen sei mit seinem dritten Platz zufrieden, obwohl das kein Grund zum Triumph sei, so Dworczyk.

In den kommenden Tagen solle Polen eine Lieferung des zweiten Impfstoffs Moderna erreichen, der entsprechende Genehmigungen bekommen habe, schreibt weiter das Blatt. Die Patienten würden aber keine Wahl haben, mit welchem Impfstoff sie behandelt würden. Medizinisch handle es sich um identische Stoffe. Darüber hinaus sei zur Zeit nur der Pfizer-Impfstoff in Polen zugänglich, so Michał Dworczyk in Dziennik/Gazeta Prawna.

 

Jakub Kukla