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Deutsche Redaktion

"Polen muss auf sich selbst zählen"

29.11.2021 10:28
Polen sollte nicht damit rechnen, dass amerikanische Soldaten das Land vor einer eventuellen russischen Aggression beschützen würden, sagt in einem Gespräch mit der Wochenzeitschrift Plus Minus der US-Stratege Edward Luttwak. 
Pressespiegel
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PLUS MINUS: Polen muss auf sich selbst zählen

Polen sollte nicht damit rechnen, dass amerikanische Soldaten das Land vor einer eventuellen russischen Aggression beschützen würden, sagt in einem Gespräch mit der Wochenzeitschrift Plus Minus der US-Stratege Edward Luttwak. Dies bedeute nicht, dass die Sicherheitsgarantien der NATO eine Illusion seien. Der Nordatlantikpakt treffe seine Entscheidungen geleitet vom guten Willen. Ähnlich wie die Alliierten im Jahr 1939 gehandelt hätten. Sollte aber heute etwas passieren, werde es die Amerikaner nicht geben. Wieso? Weil die Russen entscheiden würden, wann und wie sie ein Nachbarland angreifen wollen. Und mit Sicherheit würden sie es an einem für sie günstigen Zeitpunkt tun. Zum Beispiel während einer tiefen politischen Krise in den Vereinigten Staaten, wenn Gegner von Auslandsmissionen das Sagen in Washington haben würden. Die 5 Tausend US-Soldaten, die momentan an der Weichsel stationieren, seien für Amerika keine schlechte Lösung. Relativ billig könnten die USA den Russen auf die Nerven gehen. Käme es aber zu einem Konflikt, würden diese Soldaten keine Rolle spielen. Zumal, dass es auch in Deutschland nicht ausreichend amerikanische Soldaten gäbe, die Polen Beistand leisten könnten. Und US-Truppen aus Amerika nach Europa zu schicken sei zu umständlich. Umso mehr, dass die Russen in erster Linie Militärflughäfen in Polen zerstören würden.

Die US-Soldaten spielten in Polen keine Rolle, führt Luttwak fort. Sie würden eine Garantie der Sicherheit nur vortäuschen. Diese Truppen würden zugleich das Augenmerk davon ablenken, was tatsächlich wichtig sei. Eben aus diesem Grund habe Israel nie eine Stationierung von US-Soldaten auf dem eigenen Territorium genehmigt. Sie hätten es genau gewusst, dass im Falle eines Konflikts eine halbe Million Soldaten das Ergebnis beeinflussen könne, nicht aber fünf Tausend. Eine symbolische Anwesenheit der Amerikaner habe Israel nie interessiert, sagt Edward Luttwak im Gespräch mit Plus Minus.  

 

RZECZPOSPOLITA: Europa zwischen Extremen 

Wer den seelischen Zustand des modernen Europas begreifen möchte, sollte zwei Ereignisse vergleichen, die das Augenmerk der Öffentlichkeit immer stärker fokussieren, schreibt in seinem Feuilleton in der Tageszeitung Rzeczpospolita der Philosoph, Professor Marek A. Cichocki. Er meine Black Friday und Friday for Future. Die beiden Ereignisse würden die Extremen schildern, zwischen denen sich die heutige europäische Empfindlichkeit erstrecke. Auf der einen Seite würde man ein Fest des Kapitalismus sehen, einen Sieg des unbeschränkten Konsums, das Kaufen als ein Lebensstil, das Besitzen als Sinn des Lebens. Paradoxerweise steigere noch die schleichende Pandemie das Bedürfnis der Menschen, immer mehr materielle Sachen zu besitzen. Wirtschaftsexperten und Politiker begrüßen wohl eine solche Einstellung. Der Konsum könne doch die schwächelnden Wirtschaften der einzelnen Länder ankurbeln.

Doch das Wirtschaftswachstum sei nur eine von vielen Dimensionen, die eine wichtige Rolle im Funktionieren der Gesellschaften spielen, schreibt Cichocki weiter. Eine andere sei nämlich die ethische und zivilisatorische Kondition Europas. In dieser Hinsicht sei die Botschaft der Friday for Future-Aktivisten eine völlig andere, als jene, die Millionen von Kunden am Black Friday in die Geschäfte locke. Man wolle vor allem die Sünden des Kapitalismus anprangern, man wolle die Menschen zur Selbstdisziplin ermuntern, ansonsten würde der Erde eine baldige Katastrophe drohen. Diese ideologisch total entgegengesetzten Einstellungen würden die aktuellen Spannungen auf dem Alten Kontinent sehr klar vergegenwärtigen. Die perfekte Lösung wäre ein Mittelweg, eine neue, grüne Demokratie. Rein theoretisch wäre es machbar, meint Cichocki. Er könnte sich gut vorstellen, dass sich Christdemokaraten, Liberale und Linke an einen Tisch setzten und trotz der in anderen Bereichen bestehenden Differenzen, über eine neue wirtschaftliche und soziale Ordnung in Europa diskutieren. Damit es aber geschehen könnte, müssten die Europäer vorerst ihre egoistische Haltung überwinden und die Verantwortung für die gemeinsame Zukunft auch die Schulter nehmen, so Marek A. Cichocki. 

GAZETA WYBORZCZA: Gemeinsamer Kandidat 

In einem Gespräch mit der linksliberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza sagt der ehemalige Vizepremier Ludwik Dorn, einst einer der engsten Mitarbeiter von Jarosław Kaczyński, seit mehreren Jahren sein verbissener Kritiker, wie sich die Opposition verhalten sollte, damit sie zu einer realen Alternative für die regierende PiS-Partei werden könnte.

Allem voran müsste sich die ganze Opposition auf einen Kandidaten einigen, der künftig den Posten des Premierministers übernehmen könnte. Geht es nach Dorn, fürchteten sich viele Polen vor einem politischen Chaos. Den Machtwechsel herbeizuführen sei zu wenig. Es entstehe doch sofort die Frage: was dann? Mit einem gemeinsamen Kandidaten würde die Opposition ein Signal senden, dass die Wählerschaft keine Angst vor dem Machtwechsel haben müsse. Die Machtübernahme würde in einem solchen Fall kein Durcheinander, keinen inneren Machtkampf mit sich bringen. Die oppositionellen Parteien würden somit zeigen, dass sie nicht nur kooperationsbereit, aber auch kooperationsfähig seien.

Meinungsverschiedenheiten würden doch in der Politik vorkommen, sie müssten aber nicht gleich destruktiv sein. Die Opposition müsste momentan den Wählern das Gefühl von Sicherheit verleihen, ohne den natürlichen Konkurrenzkampf aufzugeben. Ein gemeinsamer Kandidat für den Posten des Premierministers wäre ein Schritt in eine gute Richtung, meint der Ex-Politiker Ludwik Dorn.   


Jakub Kukla