Die letzten Vergasungen fanden im November 1944 statt. Parallel dazu begannen die Deutschen, zehntausende Gefangene in das Innere des Deutschen Reiches zu treiben. Bis Januar 1945 wurden rund 65.000 Menschen aus dem Lager deportiert – vor allem Polen, Russen und Tschechen. Der letzte Appell fand am 17. Januar statt. Insgesamt erschienen noch etwa 67.000 Menschen, von denen 58.000 noch am selben Tag zum Abmarsch gezwungen wurden.
Viele überlebten den Marsch nicht. Die hastig organisierten Evakuierungen gingen als sogenannte „Todesmärsche“ in die Geschichte ein. Gleichzeitig versuchten die deutschen Behörden, ihre Verbrechen systematisch zu vertuschen: Dokumente wurden verbrannt, Gebäude zerstört, Massengräber mit Kalk überschüttet. Auch die Krematorien sollten gesprengt werden. Am 26. Januar hatten die meisten deutschen Wachmannschaften Auschwitz bereits verlassen. Einen Tag später, gegen 15 Uhr, erreichten sowjetische Truppen das Lagergelände.
Die Polin Wanda Dramińska schilderte später ihre Eindrücke: In der Ferne habe sie Männer in weißen Mänteln gesehen, deren Identität zunächst unklar gewesen sei. Erst als sie die Rufe der sowjetischen Soldaten hörten – „Zdrawstwujtie, towariszczi“ – sei ihnen bewusst geworden, dass die Deutschen geflohen waren.
Unter den rund 7.000 befreiten Gefangenen befanden sich fast 500 Kinder, mehr als 60 von ihnen waren im Lager geboren worden. Die meisten Überlebenden benötigten dringend medizinische Hilfe. Erste Versorgung leisteten sowjetische Ärzte und Sanitäter, unterstützt von polnischen Freiwilligen, Einwohnern von Oświęcim und dem Polnischen Roten Kreuz. Insgesamt wurden allein in Auschwitz und seinen Nebenlagern etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, erinnert die Wochenzeitschrift.
DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: AfD auf dem Weg zur Macht
Die Alternative für Deutschland steuert in Sachsen-Anhalt auf einen möglichen Wahlsieg zu, schreibt Dziennik/Gazeta Prawna. Vor den für September angesetzten Landtagswahlen verabschiedete der Landesverband einen Programmentwurf, der einen drastischen Kurswechsel in der Außen-, Migrations- und Gesellschaftspolitik vorsieht. Sachsen-Anhalt könnte das erste Bundesland werden, in dem die AfD die Regierungsverantwortung übernimmt.
Im Programmentwurf bezeichnet die AfD Russland ausdrücklich als Partner, lesen wir. Die Unterstützung der Ukraine wird als Fehler bewertet, Sanktionen gegen Moskau sollen aufgehoben werden, da sie – so die Argumentation – vor allem den sanktionierenden Staaten schadeten. Auch eine Wiederinbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream wird gefordert. Auffällig ist zudem die Wortwahl: Statt von einem Krieg sprechen die Autoren von einem „Konflikt in der Ukraine“. Ukrainische Geflüchtete sollen nach dem Willen der Partei in ihre Heimat zurückkehren.
Ein zentrales Element des Programms ist die sogenannte „Remigration“. Nach einer möglichen Machtübernahme plant die AfD eine umfassende „Abschiebeoffensive“. Asylsuchende sollen in Einrichtungen am Stadtrand untergebracht und zur Arbeit verpflichtet werden. Das Blatt sieht Parallelen zur restriktiven Migrationspolitik in den USA. Darüber hinaus kündigt die Partei eine Verschärfung des Abtreibungsrechts sowie eine Reduzierung staatlicher Zuschüsse für Kirchen an. Als gesellschaftliches Leitbild wird die traditionelle Familie aus „Vater, Mutter und möglichst vielen Kindern“ propagiert. Öffentliche Fördermittel sollen künftig ausschließlich an Organisationen mit „patriotischem Profil“ vergeben werden, informiert die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna.
TYGODNIK POWSZECHNY: Warum die Nord-Süd-Achse wichtiger werden könnte
In den baltischen Staaten – Litauen, Lettland und Estland – werden mögliche russische Expansionspläne offen diskutiert. Auch die Frage eines regionalen nuklearen Schutzschirms für die östliche NATO-Flanke ist dort kein Tabuthema. In Polen hingegen, so die Analyse von Tygodnik Powszechny, fehle trotz massiver Rüstungsinvestitionen bislang eine ernsthafte Debatte über solche Szenarien.
Angesichts der zunehmenden Unordnung in der globalen Machtpolitik könnte sich die europäische Nord-Süd-Achse langfristig als wichtiger erweisen als die bisherige Fokussierung Polens auf die Unterstützung der Ukraine. Kiew wird sich voraussichtlich behaupten, doch der Krieg dürfte in einem fragilen Kompromiss enden – mit einem territorial zersplitterten Donbas, vergleichbar mit der Nachkriegssituation in Bosnien.
Russische Truppen würden auch nach Kriegsende rund 1.000 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt stationiert bleiben. Selbst bei einer späteren Truppenverlegung näher Richtung Westen müsste Polen die Ukraine nicht um militärische Abschreckung bitten. Jeder Abzug russischer Kräfte würde Kiew vielmehr dazu ermutigen, verlorene Gebiete zurückzuerobern – und Moskau damit weiterhin binden.
Aus dieser Perspektive wäre Polen im Falle einer direkten Bedrohung nicht auf ukrainische Hilfe angewiesen. Die Ukraine würde Russland ohnehin strategisch beschäftigen. Vor diesem Hintergrund erscheinen enge sicherheitspolitische Bündnisse mit Schweden, Finnland, Dänemark und der Türkei als nachhaltigere Investition. Ergänzt werden könnte diese Achse möglicherweise durch Rumänien, das bislang jedoch noch keine vollständig eigenständige und kreative Sicherheitspolitik verfolgt, lesen wir in Tygodnik Powszechny.
Autor: Jakub Kukla