Deutsche Redaktion

Harte Zeiten für Raser und für den Justizminister

29.01.2026 10:57
Nach einem umstrittenen Vorfall im Straßenverkehr gerät Polens Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek zunehmend unter Druck. Und: Ab heute beginnt auf Polens Straßen eine neue Ära der Strenge.
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Bild:Michal Adamowski/East News

WP.PL:  Kritik an Minister Żurek nach Verkehrsverstoß

Nach einem umstrittenen Vorfall im Straßenverkehr gerät Polens Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek zunehmend unter Druck. Adam Bodnar, ehemaliger Justizminister, äußerte sich in einem Interview mit dem Portal Wirtualna Polska kritisch zum Verhalten seines Nachfolgers.

Żurek war während eines aufgezeichneten Interviews am Steuer eines Autos dabei gefilmt worden, wie er sich einem Fußgängerüberweg näherte, ohne einer Frau den Vorrang zu gewähren. Der Vorfall ereignete sich, während der Minister Fragen beantwortete. Das Video wurde später vom Profil „Stop Cham“ auf der Plattform X veröffentlicht und sorgte für breite öffentliche Diskussionen.

Bodnar betonte, Minister Żurek solle sich für sein Verhalten entschuldigen, ein mögliches Bußgeld akzeptieren und keine öffentliche Auseinandersetzung suchen. „Der Minister sollte das Thema schließen und Verantwortung übernehmen“, erklärte Adam Bodnar. Zugleich stellte er infrage, ob jede Form medialer Selbstdarstellung – insbesondere Interviews während der Autofahrt – der Würde und Verantwortung des Amtes eines Justizministers angemessen sei.

Der ehemalige Minister kritisierte zudem das Interviewformat selbst. Wenn der Befragte gleichzeitig ein Fahrzeug führe, sei dies ablenkend und potenziell gefährlich. Jeder Verkehrsteilnehmer müsse wissen, dass bereits beim Annähern eines Fußgängers an den Zebrastreifen angehalten werden müsse. Medienberichten zufolge hat sich inzwischen die Stadtpolizei Krakau mit dem möglichen Verkehrsverstoß befasst, berichtet das Portal Wirtulana Polska.

 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Harte Zeiten für Raser nach Verschärfung des Verkehrsrecht

Ab heute beginnt auf Polens Straßen eine neue Ära der Strenge. Das Justizministerium führt umfassende Verschärfungen des Verkehrsrechts ein, die sich deutlich am deutschen Strafsystem orientieren. Ziel ist es, gefährliches Verhalten konsequent zu ahnden und Wiederholungstäter dauerhaft aus dem Verkehr zu ziehen. Bei den neuen Regelungen hat sich das Justizministerium an den harten deutschen Regelungen orientiert, schreibt das Blatt Dziennik/Gazeta Prawna.

Kern der Reform ist die Einführung neuer Straftatbestände. Illegale Straßenrennen – darunter fallen künftig auch Drift-Manöver, das Durchdrehenlassen der Reifen oder andere riskante Fahrmanöver – gelten nun als schwere Straftaten. Für die Organisation oder Teilnahme an solchen Rennen drohen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

Neu ist auch der Straftatbestand des sogenannten waghalsigen Fahrstils, des rücksichtslosen Fahrens. Gerichte können künftig bereits den Fahrstil bestrafen, noch bevor es zu einem Unfall kommt. Voraussetzung sind ein deutliches Überschreiten der Geschwindigkeit, weitere Verkehrsverstöße sowie eine konkret gefährliche Situation, bei der es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre.

Während solche Fälle bislang oft mit Bußgeldern oder langwierigen, letztlich eingestellten Verfahren endeten, drohen nun Haftstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Auch hohe Geldstrafen von bis zu umgerechnet rund 500.000 PLN (umgerechnet um die 120 Tausend Euro) sind möglich.

Wie Dziennik/Gazeta Prawna berichtet, sollen die neuen Regelungen insbesondere Fahrer treffen, die gerichtliche Fahrverbote ignorieren oder wiederholt gegen Verkehrsregeln verstoßen. Die Phase bloßer Verwarnungen sei endgültig vorbei, stell das Blatt fest.

 

SUPER EXPRESS: Lewandowski schreibt Champions-League-Geschichte

Der polnische Starspieler Robert Lewandowski bleibt auch mit 37 Jahren eine feste Größe in der Champions League. Beim 4:1-Sieg des FC Barcelona gegen den FC Kopenhagen erzielte der Stürmer den Ausgleich zum 1:1 – und stellte damit einen historischen Rekord ein.

Lewandowski traf damit in der Champions League gegen bereits 40 verschiedene Mannschaften und zog mit Lionel Messi gleich. In der Vorwoche hatte Slavia Prag noch als sein 39. „Opfer“ gegolten. Kein anderer Spieler außer Messi hat gegen so viele unterschiedliche Gegner in der Königsklasse getroffen.

Die spanische Presse würdigte die Leistung entsprechend. Die katalanische Zeitung Mundo Deportivo stellte fest, Lewandowski schreibe auch im fortgeschrittenen Fußballeralter weiterhin Geschichte. Mit nun 107 Toren in der Champions League hatte der Pole Cristiano Ronaldo in dieser speziellen Kategorie bereits hinter sich gelassen und steht nun gleichauf mit Messi, der seine Treffer für den FC Barcelona und Paris Saint-Germain erzielte.

Zusätzlich zog Lewandowski mit Neymar und Patrick Kluivert gleich und liegt nun auf Platz vier der besten Champions-League-Torschützen in der Geschichte des FC Barcelona. Die Zeitung Sport bewertete seinen Auftritt mit sechs von zehn Punkten – nicht spektakulär, aber effektiv. Seine Spielintelligenz im Strafraum sei weiterhin von zentraler Bedeutung, freut sich Super Express im dem Sportteil.


Autor: Jakub Kukla