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Die „planetare Ernährung“ sorgt für Streit

18.09.2026 06:39
Was sollen Kinder in der Schule essen? Die Debatte über eine sogenannte planetare Ernährung hat in Polen eine Welle von Desinformation ausgelöst. Außerdem geht es um das komplizierte polnische Steuersystem und um Fußballstar Robert Lewandowski, der über seine Zeit in Chicago erzählt.
O nowej diecie w polskich szkołach.
O nowej diecie w polskich szkołach. Polska Press/East News

Dziennik/Gazeta Prawna: Die „planetare Ernährung“ sorgt für Streit 

Die Einführung einer sogenannten planetaren Ernährung an polnischen Schulen hat eine Welle von Desinformation ausgelöst, berichtet die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna. Allein auf der Plattform X erreichten entsprechende Inhalte Millionen Menschen, berichtet Katarzyna Lipka vom polnischen Nationalen Forschungsinstitut NASK. Der Ernährungswissenschaftler Baszar El-Helou sagt, die heftigen Reaktionen hätten mehr mit der Panik der Eltern als mit dem Widerstand der Kinder zu tun.

Mit Beginn des neuen Schuljahres seien im Internet massenhaft falsche Informationen über die planetare Ernährung verbreitet worden, die im Rahmen einer Verordnung des Gesundheitsministeriums eingeführt wurde. Eine der häufigsten Behauptungen lautete, die planetare Ernährung bedeute ein Verbot von Fleisch in den Mahlzeiten der Kinder und damit einen Zwang zur veganen Ernährung. Eine zweite verbreitete Darstellung stellte die Gesundheit der Kinder in den Mittelpunkt. Die neue Ernährungsweise biete angeblich nicht genügend Nährstoffe und könne zu Mangelerscheinungen führen. Sie wurde als angebliches Experiment an Kindern dargestellt.

Der Ernährungsexperte Baszar El-Helou von der Medizinischen Universität Warschau widerspricht. Die planetare Ernährung liefere ausreichend Nährstoffe für eine normale Entwicklung. Sie entspreche im Grunde einer Ernährung, bei der weniger hochverarbeitete Lebensmittel und mehr regionale und saisonale Produkte konsumiert würden. Es handle sich nicht um eine vegane oder restriktive Ernährung, bei der Fleisch vollständig ausgeschlossen werde. Bevorzugt würden Lebensmittel, die den Planeten weniger belasteten – etwa weil sie weniger Wasser benötigten, weniger Lebensmittelabfälle verursachten, über kürzere Strecken transportiert würden oder weniger Verpackung erforderten.

Bei Kochworkshops hätten Kinder Hülsenfrüchte kennengelernt und seien überrascht gewesen, dass sich etwa aus weißen Bohnen oder Linsen schmackhafte Gerichte zubereiten ließen. Es gehe weniger um den Widerstand der Kinder als um die mangelnde Vorstellungskraft der Eltern, dass ihre Kinder davon satt würden und die Mahlzeiten vollwertig seien, zitiert Dziennik/Gazeta Prawna den Wissenschaftler.

TYGODNIK POWSZECHNY: Polens Steuer-Patchwork

Im Tygodnik Powszechny spricht der Wirtschaftswissenschaftler Wojciech Paczos mit Marek Rabij über das polnische Steuersystem. Auf die Frage, was er denken würde, wenn er in einer Höhle vollständige Unterlagen über das polnische Steuersystem fände, ohne zu wissen, um welches Land es geht, antwortet Paczos: Er sei nicht sicher, ob es überhaupt eine Höhle gebe, die all diese Dokumente aufnehmen könne. Und wahrscheinlich würde sein Leben nicht ausreichen, um sie alle zu lesen.

Genau damit müsse man beginnen: Das polnische Steuersystem sei inzwischen so umfangreich, dass kaum noch zu erkennen sei, welche Idee ursprünglich dahinterstand. Wenn er diese Idee rekonstruieren müsste, würde er von einer Collage verschiedener Reformen sprechen. Immer wieder seien neue Regelungen, Änderungen und Ausnahmen hinzugefügt worden – später auch Ausnahmen von diesen Ausnahmen. Die ursprüngliche Konstruktion sei dadurch praktisch unsichtbar geworden. Aus dem System sei ein Patchwork geworden. Und das sei ein gravierenderes Problem, als es zunächst scheine, meint Paczos. Steuern seien nicht nur ein technisches Instrument, um Geld einzunehmen. Sie seien ein Mittel, um den Staat zu gestalten. Ein Steuersystem müsse beantworten, was finanziert werden solle, wie die Lasten verteilt würden und welches Verhalten der Staat fördern oder eben nicht fördern wolle.

Das polnische System versuche, Gegensätzliches miteinander zu verbinden. Einerseits gebe es sich modern, progressiv und geradezu sozialdemokratisch. Schließlich beschreibe die Verfassung Polen als Staat mit sozialer Marktwirtschaft. Deshalb gebe es bei der Einkommensteuer eine Progression: Wer mehr verdiene, zahle mehr an den Staat. Daneben existierten jedoch Regelungen mit einer völlig anderen Logik – niedrige Steuern und eine Förderung der unternehmerischen Tätigkeit. Dagegen wäre grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn dahinter eine schlüssige Vorstellung stünde. Tatsächlich seien diese Regelungen aber das Ergebnis politischer Verhandlungen und von Ausnahmen zugunsten verschiedener gesellschaftlicher und beruflicher Gruppen. Das führe zu einem Paradox: Polen habe einen Krieg vor seiner östlichen Grenze, eine alternde Gesellschaft und eine Klimakrise, die eine Energiewende notwendig mache. Die Bürger erwarteten bessere öffentliche Dienstleistungen, die Aufrechterhaltung sozialer Transfers und Reaktionen auf Krisen. Gleichzeitig halte derselbe Staat an der Vorstellung fest, Steuern sollten nicht erhöht werden. Und wer einen legalen Weg gefunden habe, möglichst wenig Steuern zu zahlen, dem ermögliche der Staat dies auch, lesen wir in der Tageszeitung Tygodnik Powszechny.  

WP SPORTOWE FAKTY: Lewandowski: „Die Luftfeuchtigkeit ist schlimmer“ 

Robert Lewandowski hat in einem Gespräch mit WP Sportowe Fakty über eine Sache gesprochen, die ihm in den USA besonders zu schaffen macht und sich auf sein Spiel auswirkt. Außerdem berichtete er, wie er und seine Familie sich nach dem Umzug nach Chicago fühlen. Der Wechsel zu Chicago Fire war für den polnischen Stürmer ein großes Risiko. Anders als beim FC Barcelona bekommt er in Chicago nicht mehr so viele Chancen aufgelegt. Trotzdem fand sich der inzwischen 38-Jährige relativ schnell in seinem neuen Team zurecht: In 14 Spielen erzielte er sieben Tore und bereitete zwei weitere vor. Bessere Statistiken seien jedoch schwieriger zu erreichen – und der Grund dafür liege nicht in der Qualität der Zuspiele seiner Mitspieler.

Im Interview sprach Lewandowski über die Wetterbedingungen in den USA. Besonders die hohe Luftfeuchtigkeit mache ihm zu schaffen. Es gehe ihm dabei gar nicht in erster Linie um die Hitze. Die Luftfeuchtigkeit erreiche teilweise 80 Prozent. Dann wolle der Kopf zwar weitermachen, aber die Beine würden nicht mehr mitziehen. Lewandowski erinnerte sich an frühere USA-Tourneen mit Bayern München und dem FC Barcelona. Auch damals sei das Spieltempo wegen der hohen Luftfeuchtigkeit langsamer gewesen. Man kämpfe nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen die Wetterbedingungen. Der Ball bewege sich langsamer, und auch das Laufen falle schwerer.

Den Umzug nach Chicago bereut Lewandowski dennoch nicht. Auch seine Familie fühle sich dort wohl, die Kinder gingen gerne zur Schule. Nach einer längeren Zeit im Hotel hätten sie inzwischen eine eigene Wohnung gefunden. Seit dem Umzug fühle sich die Familie gut und heimisch. Das Leben in Chicago mache ihm insgesamt viel Freude, sagt Robert Lewandowski im Gespräch mit WP Sportowe Fakty.

Autor: Jakub Kukla

Streit um neue Speisepläne: Weniger Fleisch mehr Soja

09.09.2026 07:16
Neue Regeln für die Verpflegung von Kindern in Schulen sorgen für einen politischen Streit. Bildungsministerin Barbara Nowacka wies die Kritik des ehemaligen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki am Dienstag scharf zurück. „Der Streit darüber, dass Kinder gesund essen sollen, überschreitet den gesunden Menschenverstand“, sagte Nowacka.