In Erinnerung an Karl Dedecius
Vor zehn Jahren verstrab der Übersetzer und Polenfreund Karl Dedecius. „Das wichtigste ist, die andere Sprache zu mögen, das andere Land zu verstehen und an die Bedeutung dessen, was man macht, zu glauben“, betonte immer wieder Dedecius. Er starb am 26. Februar 2016 im Alter von 95 Jahren in Frankfurt am Main.
Karl DedeciusElżbieta Lempp
Karl Dedecius wurde als Sohn deutscher Eltern in der damaligen Vielvölkerstadt Łódź geboren. Er besuchte ein polnisches Gymnasium und absolvierte dort auch das Abitur. Nach dem deutschen Einmarsch in Polen im Zweiten Weltkrieg wurde er in die deutsche Wehrmacht eingezogen. Seine Heimatstadt Łódź sah er erst in den 60-er Jahren wieder. 1979/1980 initiierte Karl Dedecius das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt, dessen Direktor er bis Ende 1997 blieb.
Hatte Dedecius unter den polnischen Dichtern eigentlich einen Favoriten? Was unterscheidet die polnische Poesie des 20. Jahrhunderts von ihren westeuropäischen Pendants? Und welche Werke der polnischen Poesie haben weltliterarisch den größten Wert? Mehr dazu erfahren Sie aus einem Archivgespräch aus den 90-er Jahren.