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Deutsche Redaktion

Vor 40 Jahren: Jaruzelski verhängt Kriegsrecht über Polen

13.12.2021 12:00
Ganz Polen gedenkt dem tragischen Jahrestag der Verhängung des Kriegsrechts.
Am 13. Dezember 1981 hatte General Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht verhngt. Tausende Brgerrechtler und Anhnger der Gewerkschaft Solidarność wurden interniert. In den folgenden Monaten sind mindestens 91 Menschen durch Polizeigewalt und bei der Niederschlagung von Protesten ums Leben gekommen.
Am 13. Dezember 1981 hatte General Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht verhängt. Tausende Bürgerrechtler und Anhänger der Gewerkschaft „Solidarność“ wurden interniert. In den folgenden Monaten sind mindestens 91 Menschen durch Polizeigewalt und bei der Niederschlagung von Protesten ums Leben gekommen. Instytut Pamięci Narodowej

Das Kriegsrecht war in der Nacht zum 13. Dezember 1981 von General Wojciech Jaruzelski ausgerufen worden, um die Proteste der freien Gewerkschaft Solidarność zu beruhigen. Insgesamt kamen an diesem Tag 70.000 Soldaten und 30.000 Beamte der ZOMO (militarisierte Einheiten der kommunistischen Miliz) zum Einsatz, um im ganzen Land Kontrollpunkte einzurichten. Es kam zur massenhaften Verfolgung von Gewerkschaftlern und Oppositionellen, die ihrerseits zu regelmäßigen Protestaktionen aufgerufen haben. Insgesamt wurden während des Kriegsrechts rund 10.000 Personen interniert.

Weltbekannt sind die Bilder von Panzern auf polnischen Straßen zur Zeit des Kriegsrechts. Schon in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember wurden Fernseh- und Radiogebäude eingenommen, um den Informationsfluss lahm zu legen. Laut Dekret über den Kriegszustand waren sämtliche Organisationen und Gewerkschaften illegal, zudem wurden Streiks und Manifestationen untersagt.

Jaruzelski rechtfertigte seine Maßnahmen später damit, dass er einer drohenden sowjetischen Intervention zuvorkommen wollte. Nach der Wende konnten Historiker für diese Annahme keine Spuren in den russischen Akten finden.

Erst 27 Jahre nach dem Ereignis sind 2008 die ersten rechtskräftigen Urteile gefallen. Nach 15-jährigem Prozess wurde der Anführer des Spezialkommandos zu sechs Jahren Haft verurteilt. Andere Mitglieder des Spezialkommandos erhielten Haftstrafen von drei bis vier Jahren.


IAR/jc