Die Ukraine geht laut eigenen Angaben inzwischen rund 21.000 Fällen von mutmaßlichen Kriegsverbrechen durch die russischen Truppen im Land nach. Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktova sagt der BBC, sie erhalte pro Tag zwischen 200 und 300 Berichte über Kriegsverbrechen. Viele Verfahren würden in Abwesenheit der Beschuldigten stattfinden, räumt die Chefanklägerin ein. Sie sollen „als eine Frage der Gerechtigkeit“ trotzdem stattfinden.
Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen in der Ukraine werden vor Gericht gestellt
Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen in solchen ukrainischen Städten wie Butscha und Irpin werden zur Rechenschaft gezogen, sagte diese Woche Polens Spitzendiplomat und OSZE-Vorsitzende, Zbigniew Rau.
Rau zufolge werden ukrainische Städte wie Butscha, Irpin, Borodjanka und Krementschuk „als Zeichen der Schande für den Aggressor in Erinnerung bleiben, der keinen Respekt vor dem menschlichen Leben oder der Menschenwürde zeigt“.
„Die Verantwortlichen für die Kriegsverbrechen werden zur Rechenschaft gezogen“, versicherte Rau am Montag auf einer Sitzung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Birmingham.
Russische Streitkräfte hätten sich Verbrechen wie „Angriffe auf die zivile Infrastruktur, Einsatz illegaler Waffen, Diebstahl und Plünderung, Vergewaltigung, kaltblütige Morde im Hinrichtungs-Stil“ schuldig gemacht, sagte Zbigniew Rau. „Wir dachten, diese unmoralischen und barbarischen Instrumente der Kriegsführung gehören der Vergangenheit an. Leider haben wir uns geirrt", fügte der Diplomat hinzu.
Geht es nach Rau stehe man jetzt an einem Wendepunkt der Geschichte. „Wir sollten wissen, dass wir von den zukünftigen Generationen betrachtet werden, nicht von dem, was wir als das Problem identifiziert haben. Wir werden daran gemessen, wie wir auf die Herausforderungen reagiert haben."
IAR/afx/jc